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WOZA-Aktivistinnen erneut in Haft

24 Oktober 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Jenni Williams, Koordinatorin von WOZA Bild © Amnesty

Jenni Williams, Koordinatorin von WOZA - Bild © Amnesty

Jenni Williams und Magodonga Mahlangu, zwei führende Mitglieder der Organisation „Women and Men of Zimbabwe Arise“ (WOZA), sind in Gefahr misshandelt und gefoltert zu werden. Die beiden Frauen wurden am 16. Oktober 2008 festgenommen und befinden sich derzeit im Untersuchungsgefängnis von Bulawayo.

Die beiden Aktivistinnen sind nach einer friedlichen Demonstration vor dem Regierungsgebäude Mhlahlandlela in Bulawayo willkürlich festgenommen worden. Zusammen mit etwa 200 WOZA-AktivistInnen hatten sie die sofortige Versorgung der simbabwischen Bevölkerung mit Lebensmitteln gefordert. Die Polizei ging mit exzessiver Gewalt gegen die Protestierenden vor. Magodonga Mahlangu wurde bei der Festnahme von Polizisten geschlagen und leidet seitdem unter Schmerzen.

Jenni Williams und Magodonga Mahlangu wurden rechtswidrig über Nacht auf der zentralen Polizeiwache von Bulawayo festgehalten, bevor man sie am 17. Oktober 2008 ins Untersuchungsgefängnis verlegte. Das zuständige Gericht der Stadt verfügte, dass die beiden Frauen bis zum 21. Oktober 2008 in Untersuchungshaft bleiben sollten. An diesem Tag fand in Abwesenheit der Frauen die gerichtliche Anhörung zu ihrer möglichen Freilassung gegen Kaution statt. Laut Angaben der Behörden gab es keine Transportmöglichkeit, um die beiden Frauen zu diesem Gerichtstermin zu bringen. Das Gericht vertagte die Entscheidung über den Kautionsantrag auf den 24. Oktober 2008. Jenni Williams und Magodonga Mahlangu stehen nach Abschnitt 37 1(a) des Strafgesetzbuches „Criminal Law (Codification and Reform) Act“ unter Anklage, „den Frieden, die Sicherheit und die öffentliche Ordnung gestört“ zu haben.

Amnesty International geht davon aus, dass die WOZA-Mitglieder nur deshalb festgenommen und inhaftiert wurden, weil sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung sowie auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben. Diese Rechte sind sowohl in der Verfassung Simbabwes als auch in der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker und dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert. Als Vertragsstaat dieser beiden Menschenrechtsabkommen ist Simbabwe verpflichtet, die Rechte auf freie Meinungsäußerung sowie auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit zu schützen. Amnesty International betrachtet Jenni Williams und Magodonga Mahlangu deshalb als gewaltlose politische Gefangene. Die Inhaftierung der beiden engagierten Frauen ist Teil des harten Vorgehens gegen MenschenrechtsverteidigerInnen, die das Leid der simbabwischen Bevölkerung an die Öffentlichkeit bringen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Inhaftierte MenschenrechtsverteidigerInnen sind in Simbabwe in Gefahr, eingeschüchtert, drangsaliert, misshandelt und gefoltert zu werden. Immer wieder werden Amnesty International derartige Fälle geschildert. In der Haft verweigert man den MenschenrechtlerInnen häufig der Kontakt zu ihren Anwälten und Familienangehörigen sowie angemessene Nahrung, warme Decken sowie die medizinische Versorgung und den Frauen Hygieneartikel. Auch WOZA-AktivistInnen sind bereits zuvor in der Haft misshandelt worden.
EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
* den Generalstaatsanwalt auffordern, die beiden führenden WOZA-Aktivistinnen Jenni Williams und Magadonga Mahlangu sofort und bedingungslos freizulassen, da sie sich nur deshalb in Haft befinden, weil sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung sowie auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit wahrgenommen haben;
* Ihre tiefe Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass in Simbabwe MenschenrechtlerInnen in der Haft misshandelt und gefoltert worden sind und den Generalstaatsanwalt bitten, sicherzustellen, dass Jenni Williams und Magadonga Mahlangu vor Misshandlung und Folter geschützt werden;
* beim Generalstaatsanwalt auf die Zusicherung dringen, dass die beiden Frauen Kontakt zu ihren Anwälten und Familien aufnehmen dürfen sowie warme Kleidung und Decken, angemessene Nahrung und die erforderliche medizinische Versorgung erhalten;
* fordern, dass die beiden Frauen menschenwürdig behandelt werden – in Übereinstimmung mit den Menschenrechtsstandards bezüglich der Behandlung von Gefangenen, darunter Artikel 7 und Artikel 10 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte, dessen Vertragsstaat Simbabwe ist.

APPELLE AN

GENERALSTAATSANWALT
The Attorney-General
Office of the Attorney General
P. Bag 7714
Causeway
Harare
SIMBABWE
Fax: 00 263 4 777 049

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
WOZA
PO Box FM701
Famona
Bulawayo
SIMBABWE

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SIMBABWE
S.E. Herrn Cuthbert Zhakata
Kommandantenstraße 80 / Leipziger Straße 06
10052 Berlin
Fax: 030-2045 5062

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 3. Dezember 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.

Urgent Action der Anmesty International

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