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Sorge um Angehörige von Luiz Carlos Barbon

8 November 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Er hatte über die Korruption offizieller Stellen berichtet. Nach seiner Ermordung wurden Angehörige der Militärpolizei festgenommen. Sie stehen wegen Mordes unter Anklage. Seine Frau Katia Camargo wird nun von Personen bedroht, die Verbindungen zu den Mördern ihres Mannes haben, einige von ihnen befinden sich noch auf freiem Fuß. Sie und ihre Kinder schweben in großer Gefahr.

Luiz Carlos Barbon schrieb für die Lokalzeitung Jornal do Porto in der Stadt Porto Ferreira im Bundesstaat São Paulo. Er hatte zu zahlreichen Fällen von Korruption und zu Verbrechen recherchiert, in die Angehörige von Behörden verwickelt waren, darunter auch über die Beteiligung der Polizei an Banden, die auf den Landstraßen die Ladung von LKWs stehlen. Zudem hatte er einen Ring für Kinderprostitution aufgedeckt, der von Stadträten und Geschäftsleuten in Porto Ferreira betrieben wurde.

Vier Angehörige der Militärpolizei, darunter ein Hauptmann, befinden sich zusammen mit einem lokalen Geschäftsmann in Haft und warten auf ihr Gerichtsverfahren. Nichtsdestotrotz wurde Katia Camargo auf der Straße verfolgt. Sie erkannte die Männer wieder: Es handelte sich um Polizisten außer Dienst. Zudem fahren regelmäßig Autos und Motorräder um ihr Haus herum, das in einer sehr ruhigen Gegend der Stadt liegt. Im Mai 2008 wurde sie fast von einer Frau überfahren, die sie als die Ehefrau eines der inhaftierten Polizisten identifizierte.

Kürzlich sah Katia Camargo einen Polizisten, der nach den Ermittlungen in dem Mordfall in eine andere Stadt versetzt worden war. Er stand vor einer Gaststätte, deutete auf sie und drohte ihr mit Blicken. Im Oktober 2008 fielen vor dem Büro ihres Anwalts Schüsse. Katia Camargo hat keinen der Vorfälle der Polizei gemeldet, da sie Angst hat, dies könnte weitere Angriffe nach sich ziehen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Brasilianische JournalistInnen, besonders diejenigen, die über Korruption und illegale Aktivitäten der Behörden berichten, sehen sich Drohungen und Angriffen ausgesetzt, die manchmal sogar tödlich enden. Der freiberufliche Journalist Ajuricaba Monassa de Paula, der über finanzielle Unregelmäßigkeiten in der örtlichen Gemeindeverwaltung berichtet hatte, wurde am 24. Juli 2006 in Guapirimim in Rio de Janeiro von einem Stadtrat zu Tode geprügelt.

Im Mai 2008 entführten und folterten Banden, die das Favel Batan in Bezirk Realengo von Rio kontrollieren, drei Reporter der Zeitung O Dia. Diese Banden bestehen aus PolizistInnen, Feuerwehrleuten, GefängniswärterInnen und SoldatInnen. Sie dominieren mit Gewalt arme Gemeinschaften, indem sie von den BewohnerInnen Geld erpressen.
EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

* Ihre Sorge um die Sicherheit von Katia Camargo und ihren beiden Kindern zum Ausdruck bringen und die Behörden auffordern, die drei unverzüglich und in Absprache mit Katia Camargo wirksam zu schützen;
* die Behörden auffordern, Ermittlungen zu den Einschüchterungen und Drohungen gegen Katia Camargo einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen;
* bei den Behörden darauf dringen, die Bedeutung journalistischer Arbeit öffentlich anzuerkennen und mit Medienorganisationen und Journalistenverbänden zusammenzuarbeiten, um die JournalistInnen durch wirksame Maßnahmen vor Banden und korrupten Angestellten des Öffentlichen Dienstes zu schützen.

APPELLE AN

MINISTER FÜR ÖFFENTLICHE SICHERHEIT IN SAO PAULO
Exmo. Secretário de Segurança Pública
do Estado de São Paulo
Sr. Ronaldo Augusto Bretas Marzagão
Rua Líbero Badaró, 39, 12º Andar
01009-000 – São Paulo – SP, BRASILIEN
(korrekte Anrede: Vossa Excelência)
Fax: (00 55) 11 3291 6834

STAATSANWALT DES BUNDESSTAATES SAO PAULO
Exmo. Procurador-Geral de Justiça do Estado de São Paulo
Dr. Fernando Grella Vieira
Ministério Público do Estado de São Paulo – Procuradoria Geral de Justiça
Rua Riachuelo, nº. 115, Centro, São Paulo/SP, CEP- 01007-904
BRASILIEN
(korrekte Anrede: Vossa Excelência)
Fax: (00 55) 11 3372 6403

MINISTER FÜR MENSCHENRECHTE
Exmo. Ministro da Secretaria Especial de Direitos Humanos, Sr. Paulo Vannuchi
Esplanada dos Ministérios, Bloco T, 70064-900 – Brasília – DF, BRASILIEN
(korrekte Anrede: Vossa Excelência)
Fax: 00 55 61 3226 7980

KOPIEN AN
MENSCHENRECHTSORGANISATION
Conselho Estadual de
Defesa dos Direitos da Pessoa Humana
Pátio do Colégio, 148 / 184 – Centro
CEP: 01016-040 – São Paulo, SP, BRASILIEN
BOTSCHAFT DER FÖDERATIVEN REPUBLIK BRASILIEN
S. E. Herrn Luiz Felipe De Seixas Corrêa
Wallstraße 57, 10179 Berlin
Fax: 030-7262 83-20 oder -21
E-Mail: brasil@brasemberlim.de

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