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Myanmar – Zarganar ohne Medizin

10 Mai 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

myanmar_zarganarDer bekannte Komiker Zarganar, der seit Juni 2008 im Gefängnis sitzt, weil er Überlebenden des Zyklons Nargis geholfen hat, benötigt für seine verschiedenen gesundheitlichen Probleme dringend medizinische Versorgung. Offenbar erhält er irgendwelche Medikamente von den Behörden, es ist jedoch unklar, wofür sie sind. Zarganar muss dringend in einem Krankenhaus ordnungsgemäß medizinisch behandelt werden, in dem auch sein Zustand ständig von Ärzten überwacht werden kann.

Seit November 2008 befindet er sich im Myitkyina-Gefängnis im Bundesstaat Kachin im Norden Myanmars. Dort verlor er am 16. April 2009 in seiner Zelle für mehr als zwei Stunden das Bewusstsein, wurde aber erst zehn Tage später in das Gefängniskrankenhaus gebracht. Dabei stellten die Ärzte fest, dass er an Bluthochdruck, einer Entzündung der Wirbelgelenke (Spondylitis) und einem vergrößerten Herzen leidet. Eine Blutuntersuchung in einem größeren Krankenhaus zeigte, dass er eine Schilddrüsenüberfunktion hat; dies kann zu Herzproblemen führen. Zarganar litt schon vor seiner Inhaftierung an Bluthochdruck und Magenbeschwerden.

Zarganar verbüßt eine 35-jährige Haftstrafe, weil er eine Bewegung leitete, die Geld und Hilfsgüter für die Überlebenden des Zyklons Nargis, der Myanmar am 2. und 3. Mai 2008 traf, sammelte. Am 4. Juni 2008 wurde er festgenommen, nachdem er in Interviews mit ausländischen JournalistInnen den Umgang der Regierung mit der Krise kritisiert hatte. Zarganar, der sich 1988 dem Aufstand gegen die Militärregierung anschloss, war schon zuvor wegen seines Engagements für die Demokratie festgenommen worden.

Zarganar ist einer der 21 Menschen, die sich wegen ihrer privaten Hilfsleistungen nach dem Zyklon immer noch in Haft befinden. Sie alle wurden festgenommen, weil sie den Opfern Hilfsgüter brachten, über den Zyklon berichteten und sogar weil sie Tote bestatteten.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die fehlende medizinische Versorgung in den Gefängnissen Myanmars hat die Gesundheit der Gefangenen, die bereits ernsthaft erkrankt waren, zusätzlich geschädigt.

Mindestens 210 politische Gefangene sind seit November 2008 in abgelegene Gefängnisse verlegt worden. Zarganar wird derzeit 1400 km von seiner Familie entfernt festgehalten, die in Rangun, der größten Stadt des Landes, lebt. Durch die Entfernung können die Angehörigen die 210 Gefangenen nur schwer besuchen. Die schlechten Haftbedingungen und die unangemessene medizinische Versorgung bedeuten jedoch, dass politische Gefangene auf Familienmitglieder angewiesen sind, um eine Grundversorgung mit Medikamenten, Nahrung und Kleidung sicherzustellen. Viele Familienmitglieder müssen lange Reisen unternehmen – in manchen Fällen bis zu neuen Tagen – um zu den Gefangenen zu gelangen.


EMPFOHLENE AKTIONEN

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE

* bei den Behörden darauf dringen, sicherzustellen, dass Zarganar sofort und bis zum Ende seiner Haft eine umfassende medizinische Behandlung erhält;
* die Behörden auffordern, Zarganar sofort und bedingungslos freizulassen, sobald er medizinisch versorgt wurde;
* die Behörden daran erinnern, dass sie nach dem Völkerrecht dazu verpflichtet sind, allen Inhaftierten Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung zu gewähren;
* die Zusicherung fordern, dass Zarganar in Haft unverzüglich uneingeschränkten Zugang zu seinem Anwalt und seiner Familie erhält.

APPELLE AN

INNENMINISTER
Maung Oo
Minister for Home Affairs, Ministry of Home Affairs
Office No. 10, Naypyitaw, MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 95) 67 412 439

INFORMATIONSMINISTER

Brigadier-General Kyaw Hsan
Minister of Information, Ministry of Information
Bldg. (7), Naypyitaw, MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)

AUßENMINISTER
Nyan Win
Minister of Foreign Affairs,
Ministry of Foreign Affairs, Naypyitaw,
MYANMAR
(korrekte Anrede: Dear Minister)

KOPIEN AN
BOTSCHAFT DER UNION MYANMAR

S.E. Herrn U Tin Win
Thielallee 19, 14195 Berlin
Fax: 030-2061 5720
E-Mail: info@botschaft-myanmar.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 17. Juni 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.

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