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Kurden in geregelte Haft überstellt

24 Februar 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Die beiden politisch engagierten Kurden Sa’dun Sheikhu und Mohammad Sai’d ‚Omar werden inzwischen im ‚Adra-Gefängnis in der Hauptstadt Damaskus festgehalten und warten auf ihr Verfahren. Sie verbrachten fast viereinhalb Monate in Haft ohne Kontakt zur Außenwelt, nachdem der militärische Geheimdienst sie am 25. Oktober festgenommen hatte.

Syrischen Quellen zufolge wurden Sa’dun Sheikhu und Mohammad Sai’d ‚Omar am 8. Februar 2009 vom der Palästinaabteilung, einem Verhör und Haftzentrum in Damaskus, dass vom militärischen Geheimdienst geführt wird und bekannt für Folter ist, in das ‚Adra-Gefängnis verlegt. Berichte aus Syrien deuten darauf hin, dass keiner der Männer gefoltert oder in anderer Weise misshandelt wurde während sie sich dort in Haft befanden, doch beide sollen verbal beleidigt und eingeschüchtert worden sein. Sa’dun Sheikhu und Mohammad Sai’d ‚Omar durften zweimal ihre Familien und Anwälte sehen, am 10. und am 17. Februar, konnten mit ihnen jedoch keine vertraulichen Gespräche führen, da die ganze Zeit Gefängniswärter anwesend waren.

Am 10. Februar klagte der Staatsanwalt beide Männer an, „die Nationalgefühle geschwächt zu haben“ (nach Artikel 285 des syrischen Strafgesetzbuchs) eine „Organisation gegründet zu haben, mit dem Ziel den Staat finanziell oder sozial zu schwächen“ (Artikel 306) und „religiösen Unfrieden zu schüren“ (Artikel 307). Amnesty International geht davon aus, dass beide Männer aufgrund ihrer friedlichen Aktivitäten als führende Mitglieder der kurdischen Partei Azadi (Frieden) inhaftiert wurden.

Amnesty ist der Meinung, dass Sa’dun Sheikhu und Mohammad Sai’d ‚Omar nicht länger in Gefahr sind, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden. Die Organisation wird ihre Fälle jedoch weiter genau verfolgen.

Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Weitere Aktionen sind zurzeit nicht erforderlich.

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