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Ägypten: Blogger Philip Rizk wieder frei

22 Februar 2009 3 Kommentare Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Der deutsch-äyptische Bloggers Philip Rizk wurde in der vergangenen Nacht nach fünf Tagen Haft freigelassen. Gleichzeitig fordert ROG die ägyptischen Behörden auf, den Blogger Dia‘Eddin Gad freizulassen: Der 22-jährige Ägypter wurde am 6. Februar 2009 festgenommen, am selben Tag wie Philip Rizk.

Der 26-jährige Rizk ist Autor des Blogs Tabula Gaza (http://tabulagaza.blogspot.com/), den er seit seinem ersten Aufenthalt im Gazastreifen, von 2005 bis 2007, betreibt. Ein Hauptthema der Artikel in seinem Blog sind die schwierigen Lebensbedingungen der Bevölkerung in dem palästinensischem Gebiet.

Dia‘Eddin Gad veröffentlicht seit Januar 2009 in seinem Blog Eine Stimme in Wut (http://soutgadeb.blogspot.com) Artikel, in denen die Haltung der ägyptischen Regierung im Nahost-Konflikt kritisiert wird.

„Dia’Eddin Gad muss ebenfalls frei gelassen werden“, fordert ROG. „Die ägyptischen Behörden kriminalisieren parteiische und regierungskritische Meinungen. Wir verurteilen solche Einschüchterungsversuche, die immer häufiger vorkommen. Die beiden Festnahmen sind nicht nur rechtswidrig, sondern auch ein alarmierendes Zeichen für die Beschränkung der Meinungsfreiheit in Ägypten“, kritisiert ROG.

Philip Rizk wurde bei seiner Rückkehr von einer Demonstration in Kairo zusammen mit 14 anderen Aktivisten verhaftet. Die Teilnehmer des Protestzugs hatten auf die Lage im Gazastreifen aufmerksam gemacht und die ägyptische Regierung aufgefordert, die palästinensische Sache zu unterstützen. Rizks Familie hat heute bestätigt, dass er freigelassen wurde. Er befindet sich jetzt im Kreis seiner Familie in Kairo. Die Ermittlungen gegen ihn laufen weiter.

Dia‘Eddin Gad wurde in seinem Wohnort Kattour in der Provinz Gharbiya im Nildelta festgenommen. Polizisten haben ihn an einen unbekannten Ort gebracht.

Philip Rizk studiert an der amerikanischen Universität von Kairo. Bei seinem ersten Aufenthalt im Gazastreifen arbeitete Rizk für die britische Nichtregierungsorganisation „Foundation for Relief and Reconciliation in the Middle East“ (FRRME). Im Sommer 2008 fuhr er ein weiteres Mal nach Gaza, um mit Aufnahmen für einen Dokumentarfilm über die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu beginnen. Während seiner zwei Aufenthalte im Gazastreifen arbeitete Rizk ebenfalls als freier Journalist für verschiedene Medien, darunter die ARD, Al Jazeera und DailyNews.

Ägypten gehört zu den Ländern, die auf der „ROG-Liste der Feinde des Internets“ stehen. Seit November 2006 ist der regierungskritische Blogger Abdel Kareem Nabil Suleiman in Haft. Im Jahr 2008 wurden mindestens sechs Blogger festgenommen wegen ihrer Präsenz in Foren und Chatrooms. Einige von ihnen wurden beschuldigt, die soziale Protestbewegung im April 2008 in Kairo initiiert zu haben: Tausende Personen haben damals in den Straßen der ägyptischen Hauptstadt gegen steigende Lebenshaltungskosten und Versorgungsengpässe demonstriert.

Die Mobilisierung der Demonstranten erfolgte vor allem über das Internet. Seitdem gelten viele Internetbenutzer als verdächtig und die Behörden haben die Online-Überwachung verschärft: Um beispielsweise eine Verbindung über ein WiFi-Netz zu erhalten, müssen Nutzer persönliche Daten angeben, über die sie lokalisiert werden können.

3 Kommentare »

  • Blog-Challenge | Willkommen bei der Blog-Challenge sagt:

    […] laden wir die besten Blogs Deutschlands ein – also nicht zögern mitmachen. Besonders gern gesehen sind aber auch die ganz neuen […]

  • Christian sagt:

    Wurde auch Zeit. War ja eigentlich schone eine Frechheit, dass sie ihn eingesperrt haben. Das geht eigentlich gar nicht, aber was will man dagegen machen? Ich bin der Meinung, dass man nicht nur in Ägypten was machen muss, sondern das es auch noch andere Ecken auf unserem Planeten gibt die genauso reagieren würden. Und das hat ja eigentlich nichts mehr mit der persönlichen Freiheit zu tun. Da muss man ja wirklich schon extrem angst haben, wenn man so ein Vorhaben ins Rollen bringt.

  • Welttag gegen Internetzensur « DirkGrund - über Suboptimales sagt:

    […] – auch weil Kommentare auf diesen Seiten als “unmoralisch” betrachtet werden.  Mehrere Blogger wurden in den vergangenen Monaten festgenommen, weil sie angeblich “die Prinzipien der […]