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Tibetische Mönche werden mit Explosionen in Verbindung gebracht

14 Juni 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

KATHMANDU – Tibetische Quellen berichteten RFA, die chinesischen Behörden in der Autonomen Region Tibet (TAR) hätten im Zusammenhang mit einer Serie von kleineren Detonationen, die sich während der anti-chinesischen Proteste Ende März in der Region ereigneten, fünf Mönche verhaftet.
Wie eine tibetische Quelle versichert, würden die am 24. Mai festgenommenen fünf Personen „verdächtigt, in einige Explosionen in der Gegend involviert gewesen zu sein“. Die Explosionen hätten am 6. und 7. April stattgefunden, über etwaige Opfer ist nichts bekannt geworden. „Es hat vier kleinere Detonationen in der Gegend von Markham gegeben“, berichtete die Quelle, „doch niemand weiß, wer dafür verantwortlich ist.“

Weiter heißt es, die Behörden sähen eine Verbindung zwischen den Explosionen und der Kampagne der „Patriotischen Erziehung“, die seit Mitte März als Reaktion auf die weit verbreiteten anti-chinesischen Proteste durchgeführt wird.
Gut unterrichtete tibetische Quellen konnten die fünf Mönche als Angehörige der Gemeinschaft des Klosters Gonsar in der Gegend von Markham in der Präfektur Chamdo in der Autonomen Region Tibet identifizieren. Ihre Namen sind: Gonpo, 20; Choedrub, 25; Palden, 30; Ngawang Phuntsok, 17; und Kunga, 20.

Behörden lehnen jeden Kommentar ab

Ein Mitarbeiter des Büros für Öffentliche Sicherheit (PSB) in Markham weigerte sich, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen. „Wir untersuchen den Vorfall derzeit und können noch keine genauen Angaben machen“, erklärte er unter der Bedingung, anonym zu bleiben.

Der Zwischenfall vom 14. Mai
Eine Quelle äußerte gegenüber RFA, die gegen die fünf Mönche vorgebrachten Beschuldigen ähnelten stark denen gegen Mönche der Klöster Öser und Khenlung, die sich ebenfalls im Bezirk Markham befinden, sowie gegen zwei Laien, die am 14. Mai verhaftet worden waren.

Die Mönche des Klosters Öser konnten identifiziert werden als: Tenphel, 19; Riyang, 21; Choegyal, 23; Lobsang, 19; und Tenzin Tsampa, 19. Auch der Vorsteher des Klosters, Ngawang Tenzin, sei verhaftet, doch mittlerweile wieder freigelassen worden, berichteten Quellen.

Die Mönche des Klosters Khenlung wurden genannt als: Lobdra, 15; Namgyal, 18; Butruk, 13; Jamyang Lodroe, 15; Tsepak Namgyal, 15; Kalsang Tashi, 17; Jamdrub, 21; Wangchuk, 22; Penpa Gyaltsen, 26; Pasang Tashi, 30; und Lhamo Tsang. Bei den beiden Laien handelt es sich um: Dargye Garwatsang, 19, und Konchog Tenzin, 21.

Behörden greifen weiterhin hart durch

Auf die Demonstrationen und Unruhen hin, die Mitte März in Lhasa ausbrachen und sich schnell auch auf andere Gegenden Tibets ausdehnten, nehmen die chinesischen Behörden weiterhin unzählige Tibeter fest und führen die Kampagne der „Patriotischen Erziehung“ mit großer Härte durch.
Beijing beziffert die Zahl der Todesopfer mit 22, während tibetische Quellen von einer weit größeren Zahl von Opfern ausgehen, die ums Leben kamen, als chinesische paramilitärische Kräfte und die Polizei in die Menge demonstrierender Tibeter schossen.

Die chinesischen Behörden beschuldigen den Dalai Lama, zu den Demonstrationen angestiftet zu haben und die „separatistische tibetische Unabhängigkeitsbewegung“ zu schüren.
Der Dalai Lama weist diese Anschuldigungen zurück und erklärt, er wolle lediglich Autonomie und Menschenrechte für sein Land.

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