Home » Dies & Das

Tibet: Schriftstellerin Woeser von der Polizei verhört

31 August 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Tibet’s Schriftstellerin und Bloggerin Woeser wurde vorgeworfen militärische Anlagen fotografiert zu haben. Sie wurde kurz nach ihrer Rückkher nach Lhasa festgenommen.

Die Inhaftierung von Woeser, wie viele Tibeter hat auch sie nur einen Namen, unterstreicht die Nervosität der Behörden in der Himalaya-Stadt, wo 22 Menschen getötet und Hunderte von Büros und Geschäfte angezündet wurden. Acht Polizisten kamen am Donnerstag in ihr Haus und präsentierten der Schriftstellerin eine offizielle Ladung.

Ihr Ehemann, der Autor Wang Lixiong, sagte: „Sie hatten die falschen Namen auf dem Dokument, so dass ich darauf bestand, dass sie den richtigen Namen eintragen müssten, bevor sie sie mitnehmen dürften. Ich erinnerte sie daran, dass sie Woeser innerhalb der nächsten 12 Stunden wieder gehen lassen müssten.“

Es fand eine acht stündige Befragung durch mehrere Offiziere statt. Ihr wurde vorgeworfen die Armee und die Polizei in Lhasa aus ein Taxi fotografiert zu haben. Informiert wurden sie über einen Spitzel.
Herr Wang sprach im Namen seiner Frau mit der Times: „Sie erzählte ihnen, dass es nicht illegal sei an einem öffentlichen Ort zu fotografieren und das sie keine geheime Bereiche oder militärischen Anlagen besucht hätte. Sie hätten also keine rechtliche Grundlage für ihre Befragungen.“

Die Polizei durchsuchte ihr Haus und beschlagnahmte mehrere Dokumente sowie Herr Wang’s Laptop. Sie hackten sein Passwort, überprüften alle Dokumente und löschten alle Fotos die einen Polizist oder Offizier zeigten.

Herr Wang sagte: „Ich kann nicht sagen, ob ihre Absicht war uns einzuschüchtern. Aber wenn sie dies mit einer einflussreichen Schriftstellerin, die nichts weiter getan hat als zu fotografieren, machen können, dann kann man sich vorstellen was die einfachen Menschen in Tibet spüren müssen , jeden Tag.“

Das Paar beschloss, nicht direkt nach Beijing zurückzukehren, sondern erst eine Wiedersehensparty mit der Woeser Familie und Freunden in Lasa zu organisieren. Viele nahmen nicht teil, offenbar aus Angst vor möglichen Konsequenzen nach ihrer Festnahme. Das Paar flog am Samstag zurück nach Peking.


Die tibetische Hauptstadt ist nach wie vor nach wie vor abgeriegelt. Durch die Stadt patrouillieren die Polizei und paramilitärische Kräfte. Viele sind im Einsatz rund um den Jokhang-Tempel, dem heiligsten Schrein im tibetischen Buddhismus im Herzen der Altstadt.

Ihr aktuelles Blog – woeser.middle-way.net – ist das beliebteste Blog für viele Tibeter und hat seit Anfang letzten Jahres über drei Millionen Zugriffe.

Auszugsweise freie Übersetzung des Original-Artikels.
Quelle: www.savetibet.org

Kommentare sind geschlossen.