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Tibet ist zu einer regelrechten Militärzone geworden

10 August 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Einer zuverlässigen Quelle zufolge drehte die chinesische Regierung am 31. Juli ein Video auf einer grasbewachsenen Ebene in der Nähe des Klosters Totsig, Distrikt Ngaba, in der Provinz Amdo. In dem Video sind Nachbildungen von tibetischen Klöstern und kleinen Läden zu sehen, sowie chinesische Soldaten, die einüben, gegen gewalttätige tibetische Demonstranten vorzugehen. Ein Demonstrationszug dieser angeblichen Tibeter, die unter heftigem Protestieren die tibetische Nationalflagge schwenken, wird zuvor gezeigt. In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um chinesische Soldaten, die sich als tibetische Mönche und Nonnen verkleidet haben.

In ähnlicher Weiser übten sich am 2. und 4. August chinesische Armeeeinheiten in Lhasa in der Terrorismus-Bekämpfung. Am 5. August wurde bei einer Sitzung die Lage in Tibet bezüglich der Stabilität erörtert. Danach ordnete die Zentralregierung für die TAR mit sofortigem Beginn kriegsrechtsähnliche Maßnahmen bis zum 20. September an. Auch aus Kham wird berichtet, daß die chinesischen Soldaten in Dartsedo Militärübungen absolvierten.
Derartiger nun vielerorts stattfindender Militärdrill hat den Zweck, die Tibeter einzuschüchtern, indem ihnen die militärische Übermacht Chinas vor Augen geführt wird. Das gesamte tibetische Hochplateau gleicht nun einer Militärzone und einem riesigen Gefangenenlager. Kurz gesagt, obwohl China die Olympiade im Geist des Friedens und der Harmonie zu feiern gedenkt, sind die Tibeter in Tibet wie Schafe in einem Schlachthof, die nur noch darauf warten, getötet zu werden.

Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.

Bilder, die den „Olympischen Geist“ in Tibet zeigen, sind zu sehen unter: http://www.flickr.com/photos/26900054@N06/sets/72157606553750946/

Pressemitteilung: Tibetan Solidarity Committee / Tibetisches Solidaritätskomitee
http://www.stoptibetcrisis.net

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