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Uneinsichtigkeit kostet Menschenleben!

21 Juli 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Autor: Reiner Wenserit 21.07.2009

kerzen_160q KopieHeute kommt hier ein Thema auf den Teller welches schwer zu schlucken sein wird. Das Süppchen was ich heute koche wird manchen leider schwer im Magen liegen, aber beim darüber Nachdenken unvermeidlich zu einer Erkenntnis führt. Die Mobilität durch den Besitz eines PKW’s ist schon seit Jahrzehnten ein hohes persönliches Gut in Deutschland. Was für den Texaner der sozusagen ungeregelte Besitz seiner Waffe ist, ist für den deutschen Autofahrer sein Auto, ein Status und Kultobjekt, aber wir sollten nicht vergessen auch eine tödliche Waffe! Die Erlaubnis zum Führen eines Fahrzeugs kann man durchaus mit einem Waffenschein auf eine Stufe stellen. Es gibt viele Gesetze und Verordnungen zum Thema Fahrzeuge und Verkehr, und sie sind sicherlich auch schon eng gefasst. So Mancher meint sogar zu eng, doch klafft da noch eine rissige Lücke die von Jahr zu Jahr grösser wird und das Handeln des Gesetzgebers dringend erforderlich macht!

Der demoskopische Wandel hin zu einer Gesellschaft mit stetig wachsendem Anteil von Menschen über 65 lässt uns zu einer „silver Surfer“ bzw. „silver Driver“ Gesellschaft werden. Der Bevölkerungsanteil der Personen, die älter als 60 Jahre sind wird bis zum Jahr 2050 um ein Drittel auf 50 Prozent zunehmen. Die Zahl der sogenannten Hochbetagten (über 80 Jahre) wird sich bis dahin verdreifachen. Und wie das so mit zunehmenden Alter ist verringert sich die Reaktionsfähigkeit, kommt so manche organische Erkrankung hinzu und damit auch das ein oder andere Medikament gegen Bluthochdruck usw… Zusätzlich erhöht sich ständig die Komplexität sowie die Verkehrsdichte auf den Straßen und die Anforderung an unsere nötige Wachsamkeit steigt und steigt und steigt! Die lange Routine beim führen eines Fahrzeugs ist zwar hilfreich aber ebenso auch verführerisch und kann durchaus auch für Fehleinschätzungen der eigenen Fähigkeiten verantwortlich sein. Senioren sind mobil und werden künftig wesentlich mobiler sein als frühere Generationen. Insbesondere für ältere Menschen bedeutet Mobilität auch Lebensqualität.
Nicht selten sind jedoch Einschränkungen in der Wahrnehmung und Konzentrationsschwächen Gründe, warum sich Senioren im Straßenverkehr unsicher verhalten und – wenn es sich um komplexe Abläufe handelt – leicht den Überblick verlieren. So wächst die Gefahr zunehmend das PKW’s von unter Medikamenteneifuß stehenden oder überforderten Personen geführt werden, und schon in der Vergangenheit zu vielen Todesopfern sowie Schwerverletzten geführt hat. Polizeistatistik „Jeder zweite Verkehrsunfalltote im Ballungsräumen ist über 65 Jahre. In der Mehrzahl wurden die Unfälle von den Opfern selbst verschuldet.“ Soll, muss und darf das so weitergehen? Ist nicht in Anbetracht der oben genannten Situation, die Öffentlichkeit durch präventive Maßnahmen zu schützen? Ein deutliches „JA“ ist keine Frage! So wäre eine regelmäßige Überprüfung der gesundheitlichen, sowie anderer relevanter Verhältnisse eine einfache Möglichkeit, um die Verkehrstauglichkeit zu gewährleisten und die anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen. Das bisher gültige Prinzip der eigenen Entscheidung, was an die Vernunft des Einzelnen appelliert, also „wann gebe ich meinen Lappen ab“ greift nicht, und die Gefährdung der Allgemeinheit wächst stetig. Bei Berufskraftfahrern über 50 Jahren ist dieser 2jährige Check Vorschrift zum weiteren Besitz der Fahrerlaubnis, bei Pilotenscheinen etc. die Normalität, und ich meine sich weiterhin auf die persönliche Fehleinschätzung und den persönlichen Eigensinn bzw. Altersstarsinn im Bereich des Führens eines Fahrzeugs im Individualverkehr zu verlassen höchst fahrlässig! Warum ist dies bei unseren Politikern kein Thema? Was eine dämliche Frage ;-) musste dennoch sein! Vielleicht hätte das Überholen eines Rettungswagens in einer geschlossenen Ortschaft und das ungebremste hineinfahren in einen Schützenumzug mit drei Toten, 13 Schwerverletzten und 37  Leichtverletzt, wie geschehen am 19.07.09 in Menden verursacht durch einen 79jahrigen vermieden werden können. Wie dem auch sei, die Menge der Unfälle unter Medikamenteneinfluss stehenden Personen und dabei vorwiegend Älteren im Individualverkehr sind nicht zu vernachlässigen und werden logischer Weise weiterhin zunehmen. Es ist höchste Zeit für unseren Gesetzgeber dies endlich wahrzunehmen und auch gegen den Widerstand der Automobilclubs und Verbände zu handeln. Es geht nicht um Beschneidung der Persönlichkeitsrechte älterer Bürger sondern alleinig um den zu gewährleistenden Schutz der Verkehrsteilnehmer im Allgemeinen! Ein 2jahriger Gesundheitscheck sowie ein Reaktionstest für den Verkehrsbereich ab dem 35zigsten Lebensjahr um seine Fahrtauglichkeit zu bestätigen, sollte uns nicht wehtun in Anbetracht des Schutzes von Leib und Leben der anderen Verkehrsteilnehmer.

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