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Wirtschaftsförderung bürgernah!

13 August 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

von Reiner Wenserit

50Franken1111111Eine Wirtschafts.-Verkaufsförderungsmaßnahme der Schweizer Stadt St. Gallen erfreut ihre 72.000 Bürger, den Handel, die Gastronomie und Dienstleister. 50 Franken ( 32,50 Euro) Gutscheine -gültig bis April 2010- per Post, erhielte diese Woche die großen und kleinen St. Gallener Bürger, wie die unterschiedlichen Schweizer Tageszeitungen am 12.08. berichteten. Die Aktion zur Steigerung der Kaufkraft war Ende April vom Stadtparlament auf Grund des guten Rechnungsabschlusses 2008 bewilligt worden, und den Kämmerer des Stadtparlaments 3,6 Mill. Franken ( 2.340.000 Euro ) kosten wird.

Bei einen Blick in die Schweiz könnte bei uns Deutschen glatt der Neid aufkommen, Politik und Wirtschaftsförderung direkt am Bürger und unter fairen Verhältnissen für kinderreiche und untere Einkommensschichten.– siehe die Aufzählung des Bundes deutscher Steuerzahler- Bei Handel, Gastronomie, Ärzte und andere Dienstleister lässt die regionale Förderung die Kassen klingen. Wenn man da an so manche Euromilliarden von Bund und Ländern denkt, die in unnützen Projekten verschwanden , statt fair verteilt, in die Taschen des Bürgers gelandet zu sein. Mancher Arbeitsplatz würde heute noch existieren, mit Sicherheit wären so einige Arbeitsplätze im Handwerk, Handel und bei mittelständischen Unternehmen neu entstanden. Aber einfache bürgernahe Konzepte waren noch nie für deutsche Regierungen interessant, viel zu unkompliziert und übersichtlich. Da bleibt man lieber mit dem Kopf in den Wolken des globalen Handels -unterstützt global Player- und bleibt unter sich, denn von dort oben sind die Probleme, am Boden der Realität des deutschen Bürgers, nur nichtig und klein. Jedoch will ich auch die Kehrseite der Gutscheinaktion nicht verschweigen, die nämlich zu einer Erhöhung der Kriminalität beiträgt. Täglich melden sich immer mehr St. Gallener Bürger bei Tageszeitungen denen die Briefe aus den Briefkästen gestohlen wurden, und äußern Kritik an der Versandart per Post, wie Umberto W. Ferrari vom Schweizer Tagblatt berichtet:

„Die von der Stadt St.Gallen verschickten Gutscheine lösen offensichtlich nicht nur Freude aus. Mehrere der 50-Franke-Gutscheine wurden nämlich aus den Briefkästen gestohlen. Die genaue Zahl ist noch nicht bekannt. Bereits treffen die ersten Leserbriefe in der Redaktion ein, worin sich Leser beschweren, dass ihr Gutschein aus dem Briefkasten gestohlen worden ist. Bei der Kantonspolizei St. Gallen, die dafür zuständig ist, wurden bis am Mittwochmittag bereits rund 100 Couverts abgegeben. Eine genaue Zahl konnte Kapo-Sprecher Hans Peter Eugster noch nicht sagen.  
Briefkasten aufgebrochen
Die Couverts lagen bereits am Dienstag und auch am Mittwoch zum Teil auf der Straße oder in Abfalleimern in der Stadt. Bisher seien aber noch keine  Meldungen über Diebstähle von Gutscheinen bei der Polizei eingegangen. Einzig ein aufgebrochener Briefkasten wurde bis jetzt gemeldet.
Versand per Couverts
Eine Leserbriefschreiberin wirft die Frage auf, weshalb die Stadtverwaltung Gutscheine, die ja in der Stadt St.Gallen praktisch wie Bargeld verwendet werden können in Couverts verschicke. «Werden wir Bürger nicht immer wieder dazu aufgefordert kein Bargeld per Post zu verschicken», fragt die Frau in ihrem Leserbrief.
Kein Fehler
Stadtpräsident Thomas Scheitlin sagt zu diesen Vorwürfen gegenüber Radio FM1: «Der Versand der Gutscheine war kein Fehler. Wir können zusammen mit der Post nachverfolgen, wer die Gutscheine bekommen hat. Wenn jemand kriminelle Energie aufwendet, um ein Gutschein zu klauen, dann bemitleidet mich das.»
Hoffen auf Zeugen
Scheitlin ist zuversichtlich, dass die Diebe gefasst werden:“Es wird sicher einige Zeugen geben. Wer einen Gutschein vermisst, sollte sich bei uns melden und dann können wir der Sache nachgehen.“ << Das Shoppen kann beginnen! >>.“

Was bleibt mir da noch zu tun als mit traurigen Augen in Richtung der politischen Bürgernähe in der Schweiz  zu schauen, und auf basisdemokratischere Zeiten in unserer Republik zu hoffen. In der Zwischenzeitlich steigen die Auswanderungszahlen Deutscher Bürger stetig, aber das ist eine andere Story für ein anderes Mal.

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