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Welthungerhilfe zur G20-Erklärung: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber Skepsis bleibt

10 April 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Kinder aus Burundi vor ihrem Lehmhaus. © Lyons

Kinder aus Burundi vor ihrem Lehmhaus. © Lyons

Statement von Uli Post, entwicklungspolitischer Experte der Welthungerhilfe:
Die Ergebnisse des G20-Gipfeltreffens und die Abschlusserklärung weisen in die richtige Richtung. Dennoch bleiben wir skeptisch, denn oft wurden Zusagen nicht eingehalten.

Als positiv ist zu werten, dass 50 Milliarden Dollar (37,5 Mrd. Euro) für die ärmsten Länder bereitgestellt werden, und das vor allem für die Ernährungssicherung. Damit erkennen die Staatschefs an, dass der Kampf gegen den Hunger eine oberste Priorität sein muss.
Kritisch sehen wir die zentrale Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seine Erfolge in der Armutsbekämpfung waren bislang zweifelhaft. Außerdem ist er gerade dabei, sich zu reformieren. Vom Erfolg dieses Reformprozesses sollte man es abhängig machen, ob ihm so viel Geld anvertraut wird.

Immerhin haben Staatschefs ein Zeichen gesetzt, dass man bei der Lösung der globalen Probleme nicht alleine auf die Märkte setzen kann. Die Zeiten, in der Deregulierung als Allheilmittel galt, scheinen endgültig vorbei.

Schließlich darf die neue Weltwirtschaftsordnung langfristig nicht aus 20, sondern aus 193 Ländern bestehen. Diesen Prozess gilt es effektiv zu organisieren.“

Bereits gestern urteilte der Generalsekretär der Organisation, Hans-Joachim Preuß:
„Wir bleiben skeptisch. Die Kreditklemme wird vielleicht behoben, aber das ist nur ein Problem unter vielen. Wir befinden uns schon lange in einer globalen Schieflage. Die von den reichen Ländern verursachte Finanzkrise hat die Lage in den Entwicklungsländern noch verschärft. Wir brauchen dort Investitionen, die langfristig die Ernährung sichern und Export- und Handelsmöglichkeiten erschließen.

Mal wieder wurden auf einem Gipfeltreffen große Summen verkündet, aber was zählt ist das ernsthafte und dauerhafte Bemühen um ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem. Die globale Krise droht die Hungersituation zu verschärfen, dieses Jahr könnte die Zahl auf über eine Milliarde steigen. Nullen allein machen nicht satt!“

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