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Thailand: Erzwungene Rückführung der Hmong Bevölkerung nach Laos

24 Mai 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

thailandgÄrzte ohne Grenzen verurteilt den wachsenden Druck durch die thailändische Armee auf 5.000 Hmong Flüchtlinge, die im Huai Nam Khao Lager im Norden Thailands leben. Zunehmende Arbeitsauflagen haben Ärzte ohne Grenzen gezwungen, die Aktivitäten in den Lagern zu stoppen.

Die thailändische und die laotische Regierung haben im vergangenen März bestätigt, dass alle Hmong Flüchtlinge noch vor Jahresende nach Laos zurückgeschickt werden. 500 Flüchtlinge wurden bereits zwischen Dezember 2008 und März 2009 zurückgeführt. Die Hmong sind eine in Laos nicht anerkannte und verfolgte Minderheit.

Die thailändische Armee, die im Lager stationiert ist, hat die Hmong Bevölkerung in den vergangenen vier Monaten massiv unter Druck gesetzt. Ihr Flüchtlingsstatus wurde nicht anerkannt, dafür sollten sie „freiwillig“ nach Laos zurückkehren. Die Flüchtlinge haben von willkürlichen Verhaftungen und erzwungenen Rückführungen gesprochen.

Außerdem verurteilt Ärzte ohne Grenzen die Maßnahmen der thailändischen Behörden, die jede unabhängige humanitäre Hilfe in den Lagern unmöglich gemacht haben. „Wir können nicht weiter in einem Lager arbeiten, in dem das Militär einflussreiche Oberhäupter willkürlich verhaftet, um die Flüchtlinge damit zu zwingen, ‚freiwillig’ nach Laos zurückzukehren, und die Patienten zwingt, militärische Kontrollen zu passieren, um unsere Klinik zu erreichen“, sagte Gilles Isard, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Thailand.

Ärzte ohne Grenzen fordert abermals von den Regierungen in Thailand und Laos, die erzwungene Rückführung der Hmong Flüchtlinge aus Huai Nam Khao zu stoppen und den Flüchtlingsstatus von unabhängigen Dritten untersuchen zu lassen.

Darüber hinaus fordert Ärzte ohne Grenzen die Staaten auf, die bereits Hmong Flüchtlinge umgesiedelt haben oder dazu in der Lage sind, ihnen eine Alternative anzubieten, die dem internationalen Recht zum Schutz von Flüchtlingen entspricht.

Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Flüchtlinge in der Provinz Petchabun seit 2005 mit medizinischen und sanitären Mitteln. Sie ist die einzige internationale Organisation, die in dem Lager tätig ist und aus erster Hand von den dortigen Vorkommnissen berichten kann. Ärzte ohne Grenzen versorgt im Ort Maesot an der Grenze zu Myanmar Tuberkulose- und HIV/Aids-Patienten. Andere Teams arbeiten im Ort Phang Nga, in dem sie medizinische Hilfe für Migranten aus Myanmar leisten. Außerdem leitet die Organisation ein grenzüberschreitendes Malariaprojekt für die ethnische Gruppe der Mon, die im Staat Mon in Myanmar leben.

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