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Sudan: Nach Angriffen im Norden Darfurs 65.000 Menschen ohne medizinische Hilfe

5 September 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Nach einer Reihe von gewaltsamen Übergriffen auf ihre Mitarbeiter hat die Organisation Ärzte ohne Grenzen die Teams in zwei Projekten im Norden Darfurs evakuiert. Durch das Aussetzen der Arbeit in den Orten Tawila und Shangil Tobaya sind nun 65.000 Menschen ohne medizinische Hilfe. Der Großteil von ihnen sind intern Vertriebene. Ärzte ohne Grenzen verurteilt die Angriffe und ruft dazu auf, humanitäre Helfer zu respektieren. Nur so können diese weiterhin die dringend nötige Hilfe für Zivilisten leisten.

In der vergangenen Woche sind die Mitarbeiter der Organisation in Tawila und Shangil Tobaya Opfer von zwei ähnlichen Angriffen geworden: Bewaffnete Männer kamen nachts auf die Gelände, wo die Helfer untergebracht sind. Sie bedrohten die Teams mit ihren Waffen und stahlen Geld, unter anderem die Gehälter der sudanesischen Mitarbeiter.

„Die Evakuierungen waren eine schwierige Entscheidung, denn die Menschen sind nun ohne medizinische Versorgung“, sagte Mónica Camacho, Projektkoordinatorin in Darfur. „Aber ohne ein Minimum an Sicherheit und Respekt gegenüber unserer humanitären Arbeit können wir nicht arbeiten.“

In Tawila ist Ärzte ohne Grenzen bis zu dem Angriff die einzige Organisation gewesen. Das Team bot medizinische Hilfe für mehr als 30.000 Vertriebene in drei Lagern und für die ländliche Bevölkerung der Umgebung an. In Shangil Tobaya versorgten die Mitarbeiter 28.000 Vertriebene in zwei Lagern und weitere 5.000 Menschen in den umliegenden Dörfern. Die Teams behandelten die Patienten stationär und ambulant, betrieben Ernährungsprogramme und kümmerten sich um Opfer sexueller Gewalt sowie psychisch Erkrankte.

Die Angriffe in Tawila und Shangil Tobaya in der vergangenen Woche waren nicht die ersten. Im Jahr 2007 war das Team in Tawila drei Mal angegriffen und zwei Mal evakuiert worden. In Shangil Tobaya musste die Projektarbeit Anfang vergangenen Jahres für mehrere Monate ausgesetzt werden. Nach der Wiederaufnahme der Arbeit gab es im Oktober erneut einen schweren Überfall.

Die anderen Projekte von Ärzte ohne Grenzen im Norden, Süden und Westen Darfurs laufen weiter. Dort arbeiten derzeit 1.500 Mitarbeiter für die Organisation.

Pressemitteilung: Ärzte ohne Grenzen

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