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Sudan: Kämpfe in der Stadt Abyei

14 Juni 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Nach heftigen Kämpfen in der sudanesischen Stadt Abyei versorgt Ärzte ohne Grenzen aus der Stadt Geflüchtete medizinisch und mit sauberem Trinkwasser. Der Ort Abyei, der im Zentrum des Sudan liegt, wird seit dem 14. Mai 2008 durch Kämpfe zwischen dem sudanesischen Militär und ehemaligen Rebellen der sudanesischen Volksbefreiungsarmee SPLA erschüttert und ist mittlerweile fast vollständig zerstört. Beinahe die gesamte Bevölkerung ist vor der Gewalt aus der Stadt geflohen. In Abyei und Umgebung lebten vor dem Gewaltausbruch rund 130.000 Menschen. Die Geflüchteten mussten alles zurücklassen. Mitten in der Regenzeit sind ihre Lebensbedingungen damit beunruhigend. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein großes Problem, die Versorgung mit Nahrungsmitteln verschlechtert sich rasant und die Menschen brauchen dringend Unterkünfte.
Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 2006 im Krankenhaus von Abyei und in den umliegenden Gebieten und musste wegen der Kämpfe selbst einige Mitarbeiter evakuieren. Dennoch wurde ein Team von elf Helfern, darunter ein Chirurg und ein Anästhesist, in die Orte Turalei und Agok geschickt, um den dorthin Geflohenen Hilfe zu leisten. Das Team stellte eine erste medizinische Versorgung und chirurgische Hilfe für rund 2.000 Familien bereit und versorgte 10.000 Menschen mit sauberem Wasser. Außerdem behandelten die Mitarbeiter 114 Patienten, die in den Kämpfen verwundet wurden. Im Krankenhaus von Turalei, das nur über 40 Betten verfügt, haben sie eine Notaufnahme in Zelten eingerichtet.
Als die Kämpfe am 14. Mai begannen, wurden im Ernährungszentrum, das Ärzte ohne Grenzen in Abyei betreibt, 700 mangelernährte Kinder behandelt; 80 von ihnen wegen schwerer Mangelernährung. Nur einige der Kinder konnten nach der Vertreibung gefunden und wieder in das Ernährungsprogramm aufgenommen werden.

Die Angriffe in Abyei dauern an, und immer mehr Familien fliehen in die Gebiete nördlich und südlich der Stadt. Sie brauchen dringend Hilfe. Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen versuchen derzeit, auch in die nördlich der Stadt gelegenen Orte Muglade und Heglige zu gelangen, von wo ebenfalls Vertriebene und Verletzte gemeldet werden.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1987 im Sudan. Die Mitarbeiter helfen derzeit in Nordsudan, Südsudan und der westsudanesischen Konfliktregion Darfur.

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