Simbabwe: Regierung trägt schuld an der politischen Gewalt
Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den Amnesty International heute in Südafrika vorgestellt hat. Amnesty fordert, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und das lang anhaltende Klima der Straflosigkeit zu beenden.
Wähler der Oppositionsparteien, Menschenrechtsaktivisten und Funktionäre der MDC-Partei wurden geschlagen, willkürlich verhaftet und inhaftiert, gefoltert, aus ihren Häusern vertrieben und getötet. Die Häuser vieler Opfer wurden zerstört, ihre Vorräte geplündert, ihre Felder vernichtet, ihr Vieh getötet. Nach simbabwischen Quellen ist von mehr als 180 Toten, 9.000 Misshandelten und Gefolterten und 28.000 intern Vertriebenen auszugehen. Die Zahl der Verletzungen war so hoch, dass Simbabwe mehrere hundert Paar Krücken importieren musste, weil in den Krankenhäusern keine mehr verfügbar waren.
Wegen ihrer Verletzungen und dem Verlust ihrer Lebensgrundlage können sich viele nicht mehr ernähren und sind dauerhaft auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Im Juni 2008 hat die Regierung aber Hilfsmaßnahmen von humanitären Organisationen und NGOs untersagt. “Weder politische noch soziale Menschenrechte stehen im Zentrum der Regierungsverhandlungen”, sagte Amnesty-Simbabwe-Expertin Ute Müller. “Während die Politiker streiten, laufen die Verantwortlichen für die Gewalt frei herum und die Hungersnot in Simbabwe wird immer größer.” Protest gegen die unsäglichen politischen und sozialen Verhältnisse wird brutal erstickt. So sitzen zwei Sprecherinnen der Menschenrechtsorganisation WOZA in der Stadt Bulawayo seit zwei Wochen in Haft, weil sie friedlich für die sofortige Versorgung mit Lebensmitteln demonstriert hatten.
Hinweis: Zum Bericht bietet Amnesty einen 15-minütigen Film in Sendequalität mit Aufnahmen aus Simbabwe und Interviews mit Gewaltopfern an. Das Material (2 Dateien) steht zum download bereit unter: https://rcpt.yousendit.com/619981475/dfb30298c7d0980e76d3317e49bfdd85




















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