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Simbabwe: Mugabe, die Briten und die Cholera

14 Dezember 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Der Diktator sieht in der Cholera-Epidemie einen geplanten Völkermord des Westens.

Der Diktator sieht in der Cholera-Epidemie einen geplanten Völkermord des Westens.

Laut dem seit 1980 autokratisch in Simbabwe regierenden Präsidenten Robert Mugabe steht hinter der Cholera-Epidemie ein Terror-Angriff Großbritaniens. Die simbabwische Regierung behauptet, dass die Cholera-Epidemie ein Teil der biologischen Kriegsführung des Westens gegen sein Land sei. Weiterhin spricht die Regierung von einem ausgeklügelten Plan zur re-kolonalisierung Simbabwes. Der Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu sagte: „Die Cholera ist ein kalkulierter, rassistischer Terrorangriff auf Simbabwe durch eine reuelose frühere Kolonialmacht, die sich der Unterstützung ihrer amerikanischen und westlichen Verbündeten versichert hat, damit sie unser Land überfallen kann. Es ist Völkermord.“

800 Menschen sind bisher der Epidemie zum Opfer gefallen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von bislang rund 16.700 erkrankten Menschen. Der Diktator stritt bis vor ein paar Tagen die Epidemie sogar noch ab. Später sagte er in einer Veröffentlichung der Staatszeitung „The Herold“: „Dies sei Sarkasmus gewesen, er sei sich der Cholera durchaus bewusst.“ Mugabe und seine Gefolgsleute klammern sich mit allen Mitteln an die immer mehr schwindende Macht, suchen Schuldige in allen Ecken der Welt und konzentrieren sich dabei in letzter Zeit immer mehr auf die ehemalige Kolonialmacht Großbritanien und den Westen im allgemeinen. Ein Zeichen von Hilfslosigkeit, ein Zeichen vom nahenden Ende der Diktatur?

Die Diktator ist Verantwortlich für Hunger, Krankheit und die kastastrophalen wirtschaftliche Zustände im Land. Die Inflationsrate von 230 Millionen Prozent hört sich schon fast unwirklich an, belegt aber wie sehr das Land seit 1980  unter der Diktatur leidet. Es muss nun schnell gehandelt werden, dies wird auch der UN bewusst. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Simbabwes Staatschef Robert Mugabe aufgefordert, die mit der Opposition vereinbarte Machtteilung umzusetzen. Doch bisher hat er, wen wundert es, keine positive Antwort bekommen. Die Staats- und Regierungschefs Präsident George W. Bush, der britische Premierminister Gordon Brown und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy gehen noch einen Schritt weiter und vorderten Mugabe inzwischen zum Rücktritt auf. Eine Vermutung: Hätte Simbabwe lohnende Rohölvorkommen, wären die Rücktrittsaufforderungen sicherlich deutlicher gewesen.

Der Diktator wird aber all dies nicht an sich heranlassen, am wenigsten die Meinung der rechtmäßig gewählten Opposition. So lange nicht, bis das Land ausgesaugt in Schutt und Asche liegt und irgendein Staat Mugabe und seinen Gefolgsleuten Asyl gewährt. Danach wird es ihm egal sein ob nun Briten, Amerikaner oder Franzosen das Land besetzten, bzw. re-kolonalisieren.

Kommt uns das in Auszügen nicht ein wenig bekannt vor?
Der südafrikanische Bischof Joe Seoka bezeichnete Mugabe als „Hitler des 21. Jahrhunderts“.

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