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Simbabwe: Mitglieder von WOZA erneut verhaftet

18 Februar 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Ungeachtet der Beteiligung der Opposition an der Regierung Simbabwes verletzen Vertreter der Sicherheitsorgane weiter die Menschenrechte. Mitglieder der Menschenrechtsorganisation „Women of Zimbabwe Arise“ (WOZA), Gewinnerin des Amnesty-Menschenrechtspreises 2008, wurden am vergangenen Samstag in der Stadt Bulawayo bei einer friedlichen Demonstration anlässlich des Valentinstages zusammen mit rund 100 Männern und Frauen verhaftet. Während der Demonstration schlug die Polizei Augenzeugenberichten zufolge willkürlich auf gewaltlose Demonstranten ein. Die Verhafteten haben bisher ihre Anwälte nicht sprechen können. Einem WOZA-Mitglied, das HIV-positiv ist, verweigerte die Gefängnisleitung ihre lebenswichtigen anti-retroviralen Medikamente. Amnesty fordert die Behörden Bulawayos auf, der Frau sofort Zugang zu ihren Medikamenten zu verschaffen. Alle Gefangenen müssten einem Richter vorgeführt oder sofort freigelassen werden. Außerdem müssen Anwälte und Angehörige sofort Zugang zu den Gefangenen erhalten.

Die Valentinstags-Demonstrationen in Bulawayo haben Tradition. Die WOZA-Mitglieder verteilen Valentinskarten und Rosen an Passanten. Mit der Demonstration wollte WOZA die Menschen dazu aufrufen, auch von der gerade gebildeten Einheitsregierung die Einhaltung politischer und sozialer Menschenrechte zu fordern. Ebenso Tradition haben Verhaftungen von friedlich demonstrierenden WOZA-Mitgliedern. Die beiden Sprecherinnen der Organisation, Jenni Williams und Magadonga Mahlangu, wurden jeweils schon mehr als 30 Mal verhaftet. WOZA ist eine der größten Menschenrechtsorganisationen Simbabwes mit mehr als 60.000 Mitgliedern.

„Die willkürlichen Verhaftungen in Bulawayo, die Verhaftung des designierten stellvertretenden Landwirtschaftsministers Roy Bennett am Tag der Vereidigung der Einheitsregierung und die Tatsache, dass Jestina Mukoko und andere Menschenrechtsverteidiger weiterhin in Haft sitzen, obwohl Gerichte ihre Freilassung verfügt haben, zeigen, dass sich in Simbabwe noch nichts geändert hat“, sagte Jenni Williams, Sprecherin und Gründerin von WOZA. „Mehr als je zuvor müssen die Simbabwer wachsam sein und ihre Rechte und Freiheiten verteidigen.“

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