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Rückgang der Entwicklungshilfe

31 Oktober 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Eine Massai-Frau an einer Wasserstelle in Nailumpe, Kenia, die mit finanzieller Unterstützung der Welthungerhilfe gebaut wurde. © Grossmann

Eine Massai-Frau an einer Wasserstelle in Nailumpe, Kenia, die mit finanzieller Unterstützung der Welthungerhilfe gebaut wurde. © Grossmann

Der Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe der Industriestaaten wurde durch die Welthungerhilfe und terre des hommes wurde ich einer gemeinsamen Veröffentlichung deutlich kritisiert. Die Gebergemeinschaft habe ihre getroffenen Selbstverpflichtungen im Rahmen der EU und auf G8-Gipfeltreffen verletzt. Nur wenige Staaten erfüllen das Ziel 0,7 Prozent des BNE für Entwicklungshilfe auszugeben. Hierzu gehören: Norwegen, Schweden, Luxemburg, Dänemark und die Niederlande. Deutschland erfüllt die Verpflichtungen nur zur Hälfte. Weiterhin wird befürchtet, dass sich die andauernde Finanzkriese negativ auswirken wird.

„Wir erleben in diesen Tagen, wie die Finanzkrise auch auf die Realwirtschaft übergreift. Entwicklungsländer sind besonders verwundbar und werden daher besonders hart betroffen sein und zwar langfristig“, sagt Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Peter Mucke, Geschäftsführender Vorstand von terre des hommes, fordert:

„Ein Konjunkturpaket zur Stabilisierung der Wirtschaft, wie es die westlichen Länder derzeit auflegen, ist deshalb auch zur Stärkung der deutschen Entwicklungshilfe dringend erforderlich. Dass schnell Geld mobilisiert werden kann, wenn der politische Wille da ist, haben wir bei uns ja gerade erlebt.“

Ein sehr großes Problem ist allerdings die Kontrolle des Geldabflusses. Nach groben Schätzungen verlieren die Entwicklungsländer pro Jahr mindestens 500 Milliarden US-Dollar durch Unterschlagung und Steuerhinterziehung und damit das Fünffache der weltweiten Entwicklungshilfe. Nötig ist deshalb nach Ansicht der beiden Hilfsorganisationen ein zwischenstaatliches Gremium zur Überwachung der Kapitalströme sowie Unterstützung beim Aufbau eines Steuer- und Einnahmensystems in den Entwicklungsländern.

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