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Paralympics verdecken viele Probleme

11 September 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Laut Cao Limin, Vizedirektor der chinesischen Behindertenvereinigung (CDPF) werden aus traditioneller und abergläubischer Sicht behinderte Menschen in China immer noch als „abnormal“ betrachtet. Auch die Behinderten selbst glauben, dass sie sich von normalen Menschen unterscheiden. Es ist viel mehr Aufklärung notwendig. Die Paralympischen Spiele richten nun die weltweite Aufmerksamkeit auf das Schicksal der 83 Millionen behinderten Mitmenschen in China und sind eine gute Chance die Arbeit der CDPF nach vorne zu bringen.

Obwohl fast eine Million Behinderte in Peking leben und U-Bahnen oder Zugänge extra für die Paralympics behindertengerecht umgebaut wurden, tauchen behinderte Menschen im Strassenbild nicht auf. Alleine schon wegen der fehlenden allgemeinen Rücksichtsnahme der Autofahrer hätten sie es sehr schwer.

Die für China typische tadellose Organisation, die erstklassigen Einrichtungen und der riesige Aufwand für die Paralympics verdecken die Schwierigkeiten im Alltag. „Es sei in China eben noch anders als im Westen„, sagt die chinesische Fechterin Jin Jing, die mit neun Jahren durch einen Tumor ihr rechtes Bein verloren hat.

„Wir sind noch in der Phase, in der wir behinderten Menschen helfen, aber wir schaffen nicht ein ausreichendes Umfeld, damit sie selber am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihren Teil leisten können“, sagt Jin.

Viele Familien haben es nicht leicht ihre behinderten Familienmitglieder zu unterstützen, die Einkommen sind zu gering und Fördermöglichkeiten sind noch kaum vorhanden. Besonders schwer hat es die überwiegend arme Landbevölkerung, oftmals werden behinderte Kinder aus der Not heraus einfach ausgesetzt.

In einer Studie von 3454 Befragten in zehn Städten, klagten 22 Prozent wegen ihrer Behinderung bei der Arbeitssuche  abgewiesen worden zu sein. Der Anteil an behinderten Menschen in China liegt bei ca. 6 Prozent, aber trotz Quotenregel werden nur 1,5 Prozent aller Jobs durch sie besetzt. Nach der jüngsten Erhebung gab ein Drittel der befragten Behinderten an, dass sie Rehabilitationsdienste oder Hilfsmittel brauchten, doch nur 8,4 Prozent haben tatsächlich Hilfsmittel bekommen, und nur 7,3 Prozent haben Rehabilitationshilfe erhalten.

Folgende Beschlüsse die das Zentralkomitees über die Förderung der Sache der Behinderten gefasst hat:
China hat im März die UN-Konvention über die Rechte der Behinderten ratifiziert.
Im Juli trat das Gesetz zum Schutz von Menschen mit Behinderungen in Kraft.
Unternehmen wurden dazu verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz behinderter Mitarbeiter einzustellen.

Das gibt Hoffnung.

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