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Pakistan: Zwei Ärzte in Swat getötet

10 Februar 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Am 1. Februar 2009 wurden im Nordwesten Pakistans zwei medizinische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen getötet. Die beiden Männer starben als sie in Ambulanzfahrzeugen im Distrikt Swat unterwegs waren waren, um Verletzte abzuholen. Dabei geriet ihr Fahrzeug unter Beschuss. „Wir sind tief schockiert und betroffen über den Tod unserer Kollegen“, sagte Fasil Tezera, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan. „In jedem Konfliktgebiet, auch in Swat, gilt der Grundsatz, dass alle Konfliktparteien humanitäre Hilfe, medizinisches Personal sowie medizinische Einrichtungen respektieren müssen.“ Ärzte ohne Grenzen hat in Swat alle medizinischen Aktivitäten bis auf weiteres ausgesetzt.

Die beiden Mitarbeiter Riaz Ahmad (24) und Nasar Ali (27) waren auf dem Weg von Mingora, der größten Stadt des Swat-Tals, ins nahe gelegenen Charbagh, um dort Patienten, die bei Kämpfen verletzt worden waren, abzuholen und zur Behandlung ins Krankenhaus zu bringen. Um zirka drei Uhr lokaler Zeit gerieten ihre beiden Fahrzeuge, die deutlich als Ambulanzen gekennzeichnet waren, in Charbagh unter Beschuss. Dabei wurden Riaz Ahmad und Nasar Ali getötet. Ein dritter Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wurde am Bein verletzt. Die beiden Fahrer blieben unverletzt.

Am 1. Februar wurde in Swat heftig gekämpft. Dutzende Zivilpersonen wurden getötet. „An dem Tag, an dem Nasar und Riaz getötet wurden, hatten sie eigentlich dienstfrei“, so Tezera. „Sie kamen aber trotzdem zur Arbeit, da sie von den vielen Verwundeten gehört hatten, die dringend medizinische Hilfe benötigten. Sie handelten aus dem tiefen Wunsch heraus, anderen zu helfen. Wir werden die beiden Kollegen sehr vermissen und sprechen der Familie und den Freunden der beiden unsere tiefe Anteilnahme aus. Wir werden sie so gut wir können unterstützen.“

Die heftigen Kämpfe in Swat gehen bis heute weiter. Die gesamte Bevölkerung ist in ihnen gefangen. Die extreme Gewalt hat rund 25.000 Menschen zu Vertriebenen gemacht.

Ärzte ohne Grenzen hatte in Swat drei Ambulanzen betrieben. Im letzten Viertel des Jahres 2008 haben die Mitarbeiter mehr als 350 Patienten zur Notbehandlung in Krankenhäuser gebracht. Im gleichen Zeitraum halfen von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Notaufnahmen mehr als 400 Kriegsverletzten. Bei ihrer Arbeit hielten sich die Mitarbeiter stets strikt an die Prinzipien von Neutralität und Unparteilichkeit.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1988 in Pakistan. In den vergangenen Jahren haben die Teams sich vor allem auf die Hilfe für die Opfer des zunehmend gewaltsamen Konflikts in den Regionen entlang der nordwestlichen Grenze konzentriert

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