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Pakistan: Ärzte ohne Grenzen muss Nothilfe reduzieren

10 Mai 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

pakÄrzte ohne Grenzen musste aufgrund der derzeitigen Kämpfe die Nothilfe im Swat-Tal in Pakistan stoppen und Aktivitäten in anderen Teilen des Landes einschränken. Die internationale humanitäre Organisation war die einzige, die das Krankenhaus in der Stadt Mingora unterstützt und ambulante Hilfe im Swat-Tal angeboten hat. Die Reduzierung der Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen ist eine Folge der generell unsicheren Situation, aber auch einiger direkter Angriffe gegen die Organisation. Zivilisten sind im Kreuzfeuer gefangen und haben kaum Zugang zu Nahrung, Wasser oder medizinischer Hilfe.

„Die Bevölkerung im Nordwesten Pakistans haben auch schon vor den neuen Angriffen unter der schrecklichen Situation gelitten“, sagte Brice de le Vingne, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel. „Ausgangssperren, Straßensperren und intensive Kämpfe machen es den Menschen unmöglich, die Krankenhäuser zu erreichen. Darüber hinaus ist es dem medizinischen Team fast ausgeschlossen, sie zu unterstützen.“

Die Menschen sind in ihren Häusern eingeschlossen, so dass sie weder sauberes Wasser noch Nahrung besorgen und keinen Arzt aufsuchen können. Ärzte ohne Grenzen fordert, das Recht auf medizinische Versorgung für die Verwundeten zu respektieren und freien und sicheren Zugang zu den Verwundeten zu gewährleisten. Eine der Prioritäten ist es, Verletzte zu evakuieren und das Krankenhaus in Saidu Sharif mit Medikamenten versorgen zu können.

„Es ist eine vollkommen unhaltbare Situation“, sagte de le Vingne. „Erst war es schlimm, jetzt ist es hoffnungslos. Es ist wahrscheinlich, dass es noch schlimmer wird. Die Risiken für die Menschen werden derzeit immer größer, und wir können keine lebensnotwendige Unterstützung leisten.“ Tausende Menschen suchen in den weniger unsicheren Regionen von Pakistan Zuflucht.

Ärzte ohne Grenzen bietet in zwei Lagern in der Stadt Lower Dir weiterhin sauberes Wasser und Basisgesundheitsversorgung an. In Peshawar wird die Ankunft möglicher weiterer Vertriebener vorbereitet. In Dargai steht ein Team von Ärzte ohne Grenzen für eventuelle chirurgische Eingriffe bereit.

Im Jahr 2008 hat Ärzte ohne Grenzen ungefähr 1.300 Kriegsverletzte während der Ausgangssperre aus dem Swat-Tal in Krankenhäuser nach Saidu Sharif, Peshawar und Islamabad gebracht. Im September haben die Mitarbeiter nahezu 4.000 Patienten während eines Choleraausbruches behandelt. Diese lebensrettenden Maßnahmen sind jetzt nicht mehr möglich.

Die anderen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen in Pakistan – in Baluchistan, Kurram und in der Region von Peshawar – gehen weiter. Ärzte ohne Grenzen arbeitet in drei Gesundheitszentren in der Nähe von Peshawar, in denen Vertriebene leben. Die Organisation unterstützt ein Lager in Charsadda und hat seit vergangenem August Gebrauchsgegenstände an mehr als 30.000 Vertriebene in Peshawar, Charsadda und Mardan verteilt.

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