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Myanmar-Birma – ein Jahr nach dem Wirbelsturm Nargis

3 Mai 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

myanmarAm 2. Mai 2008 hat der Wirbelsturm Nargis Teile von Myanmar verwüstet. Über 750 internationale und nationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen konnten über einer halben Million Menschen helfen, indem sie mehr als vier Millionen Kilogramm Nahrungsmittel verteilt und mehr als 100.000 medizinische Untersuchungen durchgeführt haben. Tankred Stöbe, Vorstandsvorsitzender von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, ist gerade von einem Projektbesuch aus Myanmar/Birma zurückgekehrt.

„Auch nach einem Jahr geht die Hilfe weiter. Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich mittlerweile auf die Versorgung mit Nahrung und sauberem Wasser und leistet vor allem psychosoziale Unterstützung“, sagte Tankred Stöbe. Denn Mediziner von Ärzte ohne Grenzen haben Ende 2008 festgestellt, dass sich die Symptome von posttraumatischen Stressreaktionen zu Angstzuständen entwickelt haben. Es kommt häufig vor, dass Menschen traumatische Erlebnisse nicht vollständig verarbeiten und insbesondere ein Jahrestag dann zu verstärktem Stress führen kann.

Trotz des hohen Medieninteresses nach dem Wirbelsturm wurde wenig über die allgemeine Situation der Menschen in Myanmar/Birma bekannt. Die humanitäre Dauerkrise geht unterdes weitgehend unbemerkt weiter. „Die eigentlich leicht behandelbare Malaria-Infektion ist die häufigste Todesursache, aber auch Tuberkulose und HIV/Aids bleiben weithin ignoriert und fordern unzählige Menschenleben“, erklärte Tankred Stöbe.

Die Verantwortung, dass diese Menschen eine angemessene Behandlung bekommen, liegt in erster Linie bei der Regierung von Myanmar/Birma, die den Anforderungen aber nicht nachkommt. Die Menschen von Myanmar können es sich nicht leisten zu warten, während sich die internationale Gemeinschaft aus strategischen Gründen mit wesentlicher Hilfe zurückhält. Ärzte ohne Grenzen ist deshalb seit 1992 in Myanmar/Birma im Einsatz. Die Mitarbeiter leisten in den Bundesstaaten Rakhine, Kachin, Shan und Kayan sowie in den Divisionen Rangun und Thanintharyi Basismedizin und konzentrieren sich dabei auf die Behandlung von Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids.

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