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Klimawandel schlägt schneller und härter zu als bisher prognostiziert

22 Oktober 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Klimawandel

Wissenschaftler halten es für möglich, dass das arktische sommerliche Packeis bis 2040 völlig abschmilzt. Bild: © Dreampainter / Pixelio

Laut eines aktuellen Reports des WWF, dem die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde liegen, schlägt der Klimawandel weltweit viel schneller und härter zu als bisher prognostiziert wurde. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das sommerliche Packeis bis zum Jahr 2040 vollständig abschmilzt. Der Meeresspiegel würde nicht um, wie bisher angenommen 60 cm, sondern um bis zu 120 cm steigen. Eine Katasstrophe für alle Küstenregionen scheint unabwendbar. Alleine in Deutschland würde die strumbedingte Erhöhung der Schäden um bis zu 37% zunehmen.

Angesichts der beunruhigenden Prognosen fordert der WWF eine Senkung der CO2-Emissionen in der gesamten EU bis 2020 um mindestens 30 Prozent unter die Werte von 1990. Bis 2050 solle die EU ihren CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent reduzieren. Diese Forderungen sind sicherlich noch viel zu gering um langfristig Erfolg zu haben. Was letztendlich von den Forderungen realisiert wird, wenn überhaupt, bleibt abzuwarten. Legt man die Ergebnisse der letzten Klimakonferenz zugrunde, sind nach wie vor wirtschaftliche Gründe und politischer Einfluss maßgeblich für die Entscheidungen in Sachen Klimaschutz.

„Der Klimawandel ist schneller als die Politik. Es ist höchste Zeit, das Tempo beim Klimaschutz zu erhöhen“, so Brick Medak, Klimareferent beim WWF Deutschland

Der letzte offizielle Bericht des UN-Weltklimarates (IPCC), stammt aus dem Jahr 2006. Der Report des WWF schließt die Lücke bis heute. Der WWF-Report dokumentiert, dass die CO2-Emissionen zwischen 2000 und 2004 im Vergleich zu 1990 bis 1999 fast dreimal so stark gestiegen sind. In ganz Europa werden gravierende klimatische Veränderungen befürchtet. Besonders die Britischen Inseln müssen mit Extremstürmen rechnen. Für die südeuropäischen Regionen werden zunehmend Dürren prognostiziert. In anderen Ländern Europas steige die Gefahr von Fluten. In den heißeren Sommern nehme außerdem die Ozonkonzentration zu. Die Folgen dieser Entwicklung seien schrumpfende Erträge in der Landwirtschaft und in der Fischerei. Kinder werden den Vorhersagen zufolge überdurchschnittlich von zunehmenden Krankheiten und stärkerer Luftverschmutzung betroffen sein. Schon bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2,5 Grad Celsius sei das Überleben von bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten gefährdet.

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