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Kinderhandel in der EU und alle schauen zu!

8 Juli 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

849FlüchtlingAm 7. Juli 2009 veröffendlich die FRA einen Bericht zum Thema „Kinderhandel, Herausforderungen, Perspektiven und bewährte Praktiken in der Europäischen Union. Der Bericht stellt fest, dass viele Kinder Opfer von Menschenhandel werden, und dass es nur wenige Verurteilungen in Fällen von Kinderhandel ergehen. Insgesamt stellt der Bericht fest, dass die EU mehr tun muss, und fordert eine bessere Gesetzgebung zur Bekämpfung des Kinderhandels. FRA Direktor Morten Kjaerum: „Jedes Jahr  wird eine beträchtliche Anzahl von Kindern in der EU Opfer von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung oder Organ-Entnahme. Diese Signale sind alarmierend. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen zum Schutz und zur Unterstützung dieser Kinder!“.

Allein im Jahr 2008 wurden etwa 400 der 1320 Minderjährigen, die im Einwanderungszentrum der italienischen Insel Lampedusa überwiegend aus Afrika ankamen, vermisst gemeldet, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die Europäische Grundrechte-Agentur FRA am Dienstag vorlegte. Die Agentur geht davon aus, dass die Kinder in die Hände von kriminellen Organisationen geraten sind. Für Befürchtungen von Hilfsorganisationen, dass sie Opfer von skrupellosen Organbeschaffern wurden, gebe es aber bisher keine Beweise. Dennoch ist nach Einschätzung der FRA der Menschenhandel mit Kindern ein großes Problem in der EU und weltweit. Jedes Jahr wird eine beträchtliche Anzahl von Kindern Opfer von Menschenhandel, zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung oder anderen Zwecken. Bisher gibt es nur Schätzungen in Bezug auf das volle Ausmaß des Problems. Noch gibt es keine zuverlässigen Statistiken oder Studien auf diesem Gebiet um sich ein umfassendes Bild machen zu können stellt FRA Direktor Morten Kjaerum fest. Eine klare Definition des Kinderhandels ist nicht im Rechtsrahmen der EU, und der Mitgliedsstaaten festgeschrieben und fördert daher den Zustand.

Kinder verschwinden auch aus geschützten Räumen und werden häufig Opfer von Menschenhändlern. Trotz einer Verschärfung dieses Problems wird es nach wie vor weitgehend ignoriert, und es besteht ein gravierender Mangel an Kontrolle als Folge unzureichender Datenerfassung und uneinheitlichter Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten. Nur wenige Mitgliedstaaten haben Strategien zur Bekämpfung dieses Problems bisher in Angriff genommen. Extrem niedrige Zahl der Verurteilungen bei Kinderhandel untermauern die Forderung auf  Vereinheitlichung der EU-Gesetzgebung! Die Identifizierung der Opfer von Kinderhandel ist von entscheidender Bedeutung für die Verfolgung der Menschenhändler. Der Schutz von Kinder vor Menschenhändlern sollte eine höhe Priorität besitzen. Nach internationalem Recht sollten das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt aller Rechtsüberlegungen stehen, jedoch ist dies noch nicht ausreichend  der Fall. Dieses „Prinzip zum Wohle des Kindes“ ist zwar unter anderem in Artikel 24 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert. Jedoch muss „Das Kindeswohl  vorrangig respektiert, geschützt und gefördert werden.!“ . Dazu gehöre, dass ein Kind, das vermutlich Opfer von Kinderhandel ist bei Straftaten – zB. Prostitution – aufgegriffen wird, grundsätzlich nicht inhaftiert werden sollte. EU-Rechtsvorschriften müssten darüber hinaus „eine formelle Politik der Straffreiheit zum Schutz der Opfer von Kinderhandel umfassen“, damit die Opfer ein Vertrauensverhältnis zu den staatlichen Behörden aufbauen könnten. So könnte durch Aussagen der Opfer  beteiligte Peronen so auch der Hergang offen gelegt werden und Verurteilungen  ermöglichen.

Autor R. Wenserit

 

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