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Jenseits von Afrika

10 Juni 2010 Ein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

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TB-News

Kommende Woche könnte die EU über ein striktes Einfuhrverbot für illegales Holz entscheiden, doch mächtige Konzerne versuchen dies zu verhindern. Die Wälder sind Lebensraum und Quelle des Lebens für viele Völker und Tiere. Ohne sie wäre das Leben auf unserer Erde nicht möglich. Die starke Nachfrage nach billigem Holz ist ein starker Motor für die illegale Abholzung und hat die Ausrottung seltener Arten, die Zunahme von Korruption und des organisierten Verbrechens zur Folge. Das EU Parlament hat sich vor kurzem für schärfere Maßnahmen gegen illegale Holzimporte ausgesprochen. Jetzt nehmen sich der EU Ministerrat und die Kommission der Sache an, doch Gegenstimmen kommen vor allem von Mitgliedsstaaten, in denen die Holzindustrie eine große Rolle spielt, versuchen nun die wichtigen Kontrollen aufzuweichen.

So fragt man sich angesichts dieser Information was man von dem Vertragsabschluß des Landes Berlin mit Vattenfall halten soll!? Der Energiekonzern Vattenfall und die Senatsregierung von Berlin planen zur Energieversorgung der Hauptstadt massenhaft Tropenholz aus Westafrika zu verfeuern. Einen Vertrag zum Import von einer Million Tonnen Gummibaumholz aus Liberia hat Vattenfall bereits unterschrieben. Der Energiekonzern Vattenfall und die Berliner Senatsregierung befinden sich mit der Energieversorgung der Hauptstadt buchstäblich auf dem Holzweg. In Europas größtem Biomasseheizkraftwerk in Berlin Lichtenberg soll Tropenholz aus Westafrika verfeuert werden. Damit Vattenfall und die Stadt Berlin ihre Klimabilanzen schönen können, geht es dem Regenwald an den Kragen und bleiben in Liberia die Küchen kalt. Dort kochen die Menschen mit Feuerholz.

Neben dem Riesenkraftwerk am Standort Klingenberg in Berlin Lichtenberg (zwei Biomasse-Heizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von zweimal 20 Megawatt und einer Gesamt-Fernwärmeleistung von rund 150 Megawatt) soll auch eine weitere Anlage im Märkischen Viertel in Reinickendorf (mit thermischer Leistung von 18 Megawatt und einer elektrischen Leistung von fünf Megawatt) mit Holz betrieben werden. Und in den bestehenden Kraftwerken Reuter West und Moabit soll Holz als Beifeuerung dienen. Auf diese Marschroute haben sich der regierende Bürgermeister Wowereit und Umweltsenatorin Lompscher in einer  Klimaschutzvereinbarung zwischen dem Land Berlin und Vattenfall  bis 2020 festgelegt.

Eine Million Tonnen Holz pro Jahr benötigt der schwedische Energiekonzern dafür nach eigenen Angaben. Da sich diese Holzmenge entgegen vorheriger Behauptungen nicht aus dem Umkreis Berlins beschaffen lässt, greift Vattenfall nach Afrika. Eine Million Tonnen Gummibaum-Holzschnitzel will Vattenfall dazu in den kommenden Jahren aus Liberia importieren. Die niederländische Firma Buchanan Renewable Energy (BRE) schlägt dazu in dem westafrikanischen Land Gummibäume ein und transportiert sie zur Verschiffung an die Küste. Die in Liberia bestehenden Gummibaumplantagen sind als Folge zerstörten Regenwalds entstanden. Und damit Vattenfall und die Stadt Berlin ihre CO2-Bilanzen drastisch schönen können, nimmt der Druck auf die Regenwälder weiter zu. Trotz gegenteiliger Bekundung Vattenfalls haben die Menschen in Liberia weiterhin keinen elektrischen Strom und jetzt auch nicht mehrausreichend Feuerholz, um damit zu kochen.

Einschätzung von Silas Siakor, Direktor des Instituts für Nachhaltige Entwicklung in Monrovia,  der Hauptstadt Liberias, zum Gummibaumdeal von Vattenfall in Liberia:

“BRE kauft im Auftrag Vattenfalls alte Gummibäume und verwandelt sie in Holzschnitzel für den Export. Das hat bereits zu schwerwiegenden  wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Menschen in den Städten des Landes geführt, die auf hauptsächlich aus Gummibaumholz produzierte Holzkohlen angewiesen sind. Die Holzkohlepreise sind schon jetzt um 100 Prozent gestiegen und ein Ende ist nicht in sicht, weil immer mehr Gummibaumholz an BRE verkauft wird, anstatt Holzkohle daraus zu machen. Die überwältigende Mehrheit von uns hängt für den häuslichen Energiebedarf von Holzkohle ab, weshalb dieser Preisanstieg sehr bedeutend ist. Da der Wert für Gummibaumholz steigt, werden mehr und mehr Menschen in die Wälder einfallen und sie durch Gummibaumplantagen ersetzten. In anderen Gegenden wird Farmland in Gummibaumplantagen umgewandelt, und die Bauern werden in die nahe gelegenen Wälder drängen um Ackerfläche freizuroden, die sonst stehen geblieben wären.“

Hier ein kurzer Auszug aus der Vereinbarung Vattenfalls mit dem Land Berlin:

„Vattenfall bevorzugt Biobrennstoffe und Technologien, die örtliche umweltbezogene und gesellschaftliche Aspekte, wie Luft-, Wasser- und Bodenqualität, biologische Vielfältigkeit, Nahrungsmittelversorgung, Menschenrechte und das Gemeinwohl schützen und nach Möglichkeit stärken. Vattenfall wird auch weiterhin so weit wie möglich Biobrennstoffe, die Rückstände und Abfallstoffe sind und sich somit nicht im Konflikt mit der Nahrungsmittelproduktion befinden oder zu Verdrängungseffekten führen, einsetzen.“

Sicher ist Gummibaumschräder nicht Bestandteil illegaler Holzeinfuhren, sondern der Weg durch den Rücken aus der Brust ins Auge methodisch Gesetze auszuhebeln, es tangiert die Bemühungen letzte Reserven unserer Grünen Lungen zu erhalten. So werden nicht nur Emissionswerte bei uns geschönt sondern unsere Probleme exportiert. Indirekt wird die Ausbeutung der Entwicklungsländer, ihrer Menschen weiter durch heuchelde Politiker und Konzerne  bei uns betrieben. Die Menschen in den Entwicklungsländern werden, wider besseren Wissens, von besagten Ratpack auch noch Vertraglich dazu gegängelt ihre eigene Ausbeutung voran zu treiben!!!

Schluss mit lustig !!! Vote against!!! Hier zu den Petitionen….

http://www.avaaz.org/de/eu_stop_illegal_timber_1/?cl=605308271&v=6513

https://www.regenwald.org/protestaktion.php?id=590

Ein Kommentar »

  • Alexander Illi sagt:

    Danke für die Hinweise.
    Die Petitionen habe ich unterschrieben- geht sehr einfach.
    :)