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In Afghanistan bahnt sich eine Dürrekatastrophe an: Welthungerhilfe plant langfristige Unterstützung

1 Juli 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Pressemitteilung der Welthungerhilfe

Die Welthungerhilfe warnt vor einer drohenden Katastrophe im Norden Afghanistans aufgrund einer schweren Dürre. In der Hälfte der 34 Provinzen ist der für die Aussaat wichtige Regen im Frühjahr fast vollständig ausgeblieben. Die Temperaturen sind seit April auf 45 Grad gestiegen. Besonders betroffen sind die Provinzen Jovzjan und Faryab, in denen die Bevölkerung bereits unter einem extrem harten Winter gelitten hat. Die Vorräte sind deshalb aufgebraucht.

Die Bauern verkaufen ihre Tiere, für die kein Wasser und Futter mehr zur Verfügung steht. „Die Felder und Weiden sind leer, es gibt hier nichts mehr“, berichtet Uwe Hermann, Projektleiter der Welthungerhilfe in der Provinz Jovzjan. Die weltweit angestiegenen Nahrungsmittelpreise verschärfen das Problem, weil die Menschen kein Geld haben, um den teuren Weizen zu bezahlen.

Gefahr von Hungertoten im nächsten Winter
Viele Familien schicken männliche Angehörige nach Pakistan oder in den Iran, um dort Arbeit zu finden und Geld für die Zurückgebliebenen zu schicken. Kinder besuchen die Schulen nicht mehr regelmäßig, weil sie die Arbeit der fehlenden jungen Männer übernehmen müssen. Auch die Hausgärten der Familien sind der Trockenheit zum Opfer gefallen. Es fehlt Gemüse, das sonst die Ernährung ergänzt. „Wenn wir diesen Menschen in den kommenden Wochen nicht helfen, wird es im Winter Hungertote geben, denn die nächste Ernte gibt es erst im Frühjahr 2009“, warnt Hermann.

Die Welthungerhilfe entsendet in den kommenden Tagen zwei zusätzliche Fachkräfte in die Region. Sie sollen gemeinsam mit den Bauern Strategien und Maßnahmen erarbeiten, die die Lebenssituation der Betroffenen langfristig verbessert und ihnen hilft, auf zukünftige Dürren besser zu reagieren.

Die Welthungerhilfe ist seit vielen Jahren in den beiden Provinzen Jovzjan und Faryab tätig und unterstützt die Bauern bei der Bewässerung der Felder und der Viehwirtschaft sowie dem Aufbau von Kleinkreditsystemen.

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