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Geberkonferenz für Afghanistan: Welthungerhilfe fordert Erfolgsmessung von internationalen Hilfsmaßnahmen

14 Juni 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Die Welthungerhilfe fordert im Vorfeld der morgen in Paris stattfindenden Geberkonferenz höhere verbindliche und effizientere Standards bei der Vergabe und Umsetzung von Hilfsprojekten in Afghanistan. „Wir brauchen endlich nachprüfbare Indikatoren für die Projekte der Geberländer, die transparent für alle Beteiligten sind“, sagt Theo Riedke, Leiter Zentralasien bei der Welthungerhilfe. Dies gilt auch für die Wiederaufbauhilfe der Militärs im zivilen Bereich.

Es fehlt ein System mit klaren Indikatoren, an denen der Erfolg von Hilfsmaßnahmen gemessen und bei Fehlentwicklungen gegengesteuert werden kann. So kommen etwa 40 Prozent der zivilen Mittel für den Wiederaufbau aus den USA. Sie beziehen die afghanischen Ministerien kaum ein und unterliegen keinerlei Kontrolle oder Absprachen mit anderen Hilfsgebern. Außerdem müssen die Wiederaufbaumaßnahmen am Bedarf der Menschen orientiert sein und nicht länger auf Provinzen konzentriert werden, die vor allem militärisch umkämpft sind.

Von der afghanischen Regierung verlangt die Welthungerhilfe ein klares Bekenntnis zur Bekämpfung der Korruption sowie eine Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. „Die direkte finanzielle Hilfe an die afghanische Regierung muss an messbare Konditionen gebunden werden“, sagt Riedke.

Die Welthungerhilfe beklagt, dass zu wenig Mittel in die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Afghanistans fließen. Nach Jahrzehnten des Krieges und wiederkehrenden Dürren sind die natürlichen Ressourcen des Landes stark zerstört. Etwa 70 Prozent der Afghanen können sich nicht ausreichend ernähren; die Hälfte von ihnen sind unterernährt. Deshalb soll die Geberkonferenz, neben einer deutlichen Erhöhung der Mittel für den zivilen Aufbau, einen stärkeren Schwerpunkt auf die Ernährungssicherung und Unterstützung der Landwirtschaft setzen.

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