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Welthunger auf die Agenda des Weltfinanzgipfels

15 November 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Finanzkrise Entwicklungsländer

Die Folgen der Finanzkrise werden vor allem in den Entwicklungsländern zu spüren sein. © Lohnes

Die Welthungerhilfe fordert die Bundesregierung auf, auch die Probleme der Entwicklungsländer bei der Bewältigung der aktuellen Finanzkrise mit auf die Agenda beim G20-Treffen zu setzen. Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Welthungerhilfe: „Es ist an der Zeit, dass nicht jeder seine eigene Haut rettet, sondern dass die internationale Gemeinschaft wahrhaft globale Lösungen findet.“

Denn die langfristigen Folgen der Finanzkrise werden vor allem in den Entwicklungsländern zu spüren sein: „Die Menschen in den armen und ärmsten Ländern der Welt gehören zu den eigentlichen Verlierern des Desasters, welches durch die Maßlosigkeit und Profitgier verantwortungsloser Banker und ihrer Kunden hervorgerufen wurde“, sagt Preuß. „In diesen Ländern gibt es keine sozialen Sicherungssysteme und von Konjunkturprogrammen kann man dort nur träumen.“

Die Folgen betreffen zunächst die ausländischen Investitionen. Die unter Druck geratenen Finanzinstitutionen ziehen Mittel ab, um ihre Liquidität zu erhöhen. Die Folge: Kapital wird knapper, Finanzierungskosten steigen, der Abwertungsdruck steigt. Dadurch wird die Vergabe von Krediten beeinträchtigt. Mehr als die Hälfte der Entwicklungsländer sind auf Auslandskredite angewiesen.

Der Produktions- und Konsumrückgang wird die Preise von Exportgütern wie Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten weiter drücken. Die Produzenten sind aber zum Verkauf gezwungen, weil sie den Erlös zum Überleben benötigen. Nach dem Welthungerindex 2008 sind die 30 am schlimmsten von Hunger betroffenen Länder zudem auf Importe angewiesen. Spekulative Übertreibungen machen die tägliche Mahlzeit zum Luxusgut.

Deshalb fordert Preuß, gerade jetzt die Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. „Zehn Milliarden Euro pro Jahr sind zusätzlich nötig, um die ländlichen Gebiete zu entwickeln und den Hunger zu bekämpfen. Wenn die Milliarden schweren Rettungspakete die finanziellen Spielräume der reichen Länder einschränken, dürfen nicht die Schwächsten am meisten leiden. Oder sollen noch mehr Menschen hungern, weil sich Banker verspekuliert haben?

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