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FAO-Gipfel in Rom: Mutlose Politiker lassen die Hungernden im Stich

7 Juni 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Die Welthungerhilfe kritisiert, dass der Ernährungsgipfel in Rom ohne verbindliche Vereinbarung zur Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume zu Ende geht. „Es fehlen klare und mutige Entscheidungen für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern“ beklagt Dr. Rafaël Schneider, Ernährungsexperte der Welthungerhilfe, der selbst am Gipfel in Rom teilnimmt.

Statt dessen würden sich konkrete Aktionen zur Hungerbekämpfung hauptsächlich in Sofortmaßnahmen wiederfinden, so Schneider weiter. So setzt der bisherige Aktionsplan der FAO vor allem auf die Verbilligung von Saatgut und Düngemittel, der die Kleinbauern in eine zusätzliche Abhängigkeit bringt. Langfristige Maßnahmen wie die Weiterbildung der Bauern, Gesundheit und Infrastruktur sind erneut nicht als Schwerpunktthemen genannt. Außerdem fehlt ein verbindlicher Zeitplan, der eine Umsetzung der Deklaration nachhält, die verabschiedet werden soll.


Die Welthungerhilfe bedauert, dass das Thema der entwicklungshemmenden Zoll- und Handelsbestimmungen der Industrienationen nicht im Rahmen des Gipfels diskutiert wurde. Damit wurde die Chance, eine wichtige Ursache der Hungerkrise abzuschaffen, auf dieser Konferenz vertan. „Auf internationaler Bühne wird weiterhin mit zweierlei Maß gemessen: Wir verlangen von den Entwicklungsländern eine Öffnung ihrer Märkte und schotten gleichzeitig weiterhin unsere eigenen ab“, kritisiert Schneider. Auch bei den Themen Biokraftstoffe und Klimawandel stehlen sich die Industrieländer aus ihrer Verantwortung.

Die Konferenz wird lediglich mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner der Teilnehmerstaaten zu Ende gehen, statt mit einer mutigen Vision einen Politikwechsel zugunsten der ländlichen Entwicklung zu beginnen.

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