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Eine Milliarde Hungernde brauchen eine faire Chance

1 April 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Eine Frau verkauft ihre Waren, Bananen und Äpfel, auf einem Obst- und Gemüsemarkt in Bujumbura, Burundi. © Lyons

Eine Frau verkauft ihre Waren, Bananen und Äpfel, auf einem Obst- und Gemüsemarkt in Bujumbura, Burundi. © Lyons

„Es ist vorherzusehen, dass die Zahl der Hungernden in diesem Jahr über die Ein-Milliarden-Grenze steigen wird. Wir brauchen endlich ein faires globales Wirtschafts- und Finanzsystem. In dem Rennen um immer größere Konjunkturprogramme und Subventionen können die Entwicklungsländer nicht mithalten, die Abschottung der Märkte wird sie noch stärker treffen als bisher. Zumindest ein Teil der Hilfe muss für sie bestimmt sein: Schon zehn Milliarden Euro jährlich reichen aus, um den Hunger in einem Jahrzehnt zu halbieren, zwei Milliarden für Subsahara-Afrika. Angesichts der bisherigen Rettungspakete ist das höchstens ein Trostpflaster.“

„Die globale Finanzkrise schlägt sich in den ärmsten Ländern brutal nieder. Investitionen werden abgezogen, Kredite werden unerschwinglich, die Einnahmen durch den Export von Rohstoffen gehen massiv zurück, Wanderarbeiter können kein Geld mehr nachhause überweisen oder müssen in ihre Heimatländer zurückkehren, wo sie das Heer der Armen noch vergrößern. Die Auswirkungen sind verheerend, denn es gibt keine soziale Absicherung, von HartzIV kann man dort nur träumen.“

Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte
In den ländlichen Projektgebieten der Welthungerhilfe werden die Auswirkungen der Krise durch sinkende Preise für landwirtschaftliche Produkte spürbar. So ist zum Beispiel der Preis für Rohbaumwolle von 900 Euro pro Tonne auf heute 390 Euro je Tonne gefallen. In Peru etwa haben viele Bauern die traditionelle Baumwollproduktion für den Export schon aufgegeben; die Nachfrage nach der hochwertigen Alpaca-Wolle ist kollabiert. Die von der Zucht lebenden Familien erhalten nur noch zehn Prozent des Weltmarktpreises. Auch für die Preise für Kaffee und Kakao sind eingebrochen.

Wanderarbeit in Gefahr
Außerdem sind Wanderarbeiter die ersten, die in Krisenzeiten arbeitslos werden. In Ländern wie Tadschikistan, Haiti oder Nicaragua machen die Überweisungen aus dem Ausland rund 15 bis 50 Prozent des Bruttosozialprodukts aus. Viele Wanderarbeiter kommen aus ländlichen Gebieten und haben dort als landlose Bauern und Landarbeiter gelebt. Bei einer Rückkehr gibt es keine Einkommensmöglichkeiten für sie.

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