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„Russisches Roulette“

20 Juli 2009 2 Kommentare Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

Autor: Reiner Wenserit 20.07.2009

schwarzes-lochDer Wissenschaftliche Fortschritt ist wichtig  aber auch oftmals gefährlich. So war die Entdeckung der Kernspaltung und ihrer Reproduzierbarkeit, ein großer Schritt zur Erkenntnissen in der Elementarteilchenphysik, änderte das Atommodell und schenkte uns Quarks & Co.  Versetzte seitdem den Menschen aber auch in berechtigte Angst und Schrecken vor ihrem Nutzen. Ob Hiroshima oder Tschernobyl, sie brachte vielen Menschen schon kurz nach ihrer Entdeckung, Tod und Verderben. Je grösser der mögliche wirtschaftliche Nutzen ist, oder zur stärkung von Machtstrukturen dient, je größer ist auch die Ignoranz der Wissenschaftler, Betreiber und Finanziers gegenüber den Risiken der wissenschaftliche Erkenntnisse. Otto Hahn der Entdecker der Kernspaltung und 1946 dafür mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, sagte später:“ Hätte ich damals gewusst was meine Erfindung in ihren Konsequenz bewirken wird, hätte ich meine Erkenntnisse nie veröffentlicht“. So setzten sich nach dieser Erkenntnis Hahn mit deutschen Atomphysikern, unter ihnen Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker, für den Frieden und die atomare Abrüstung ein. Ja, im Nachhinein ist man immer schlauer und der Schaden meist nicht mehr zu reparieren. Und genau vor solch einen sehr Fragwürdigen Experiment stehen wir im Oktober wieder einmal, nur sollten die Befürchtungen so mancher Wissenschaftler Realität werden, wird dies auch das letzte große Experiment der Menschheit gewesen sein.

Der Countdown für den Start des „Large Hadron Collide“( LHC ) Teilchenbeschleuniger in Cern (Schweiz) läuft und in 80 Tagen wird der Teilchenbeschleuniger wieder gestartet. Die mögliche Risiken und das mangelhafte Wissen um die Konsequenzen des Experiments muss wiederholt zu Diskussionen weltweit führen. Da es Zwischenzeitlich neue Hypothesen über die Stabilität so genannter Schwarzer Mikrolöcher gibt, sollte die Risiko-Nutzen-Analyse in ein völlig neues Licht gerückt werden. Und ich frage mich welchen kollektiver Kollateralschaden ist für die zu erwartenden Ergebnisse in dieser Analyse berücksichtigt?

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Die Risikoeinschätzung der Cerner Forscher schließen selbst die Entstehung eines Schwarzen Mikrolochs nicht aus, jedoch gehen sie davon aus das es Aufgrund der geringen eigenen Masse zerstrahlen wird. Aber alle Aussagen zu diesem Thema unterliegen rein theoretischen Vermutungen. Da ist die Rede vom „Hawking-Effekt“, Stephen Hawking der legendäre Physiker hat einmal postuliert, dass Schwarze Löcher Strahlung abgeben, die umso stärker sein soll, je kleiner die Masse des Schwarzen Loches ist. Daraus würde sich der Theorie zufolge bei Schwarzen Mikrolöchern eine nicht beobachtbar kurze Lebenszeit ergeben. Der amerikanische Kernphysiker Dr. Walter Wagner und auch weitere Kapazitäten auf dem Gebiet hingegen weisen darauf hin dass dieser „Hawking-Effekt“ einen entscheidenden Schönheitsfehler besitzt. Der Kritikpunkt Wagners und anderer Forscher zielt auf einen Interpretationsfehler des Hawkingschen Postulats. So setzt die Berechnung der Strahlung eines Schwarzen Lochs voraus, dass die Krümmung des so genannten Ereignishorizonts vernachlässigbar ist, was wiederum eine ausreichend große Masse voraussetzt. Im Klartext: Für Schwarze Minilöcher ist Hawkings Ansatz buchstäblich mangels Masse unbrauchbar, was den Schwerkraftmonstern eine unerwartet hohe Stabilität verleihen könnte.  Der Chaosforscher Professor Rössler von der Universität Tübingen errechnete die Wahrscheinlichkeit für ein derartiges Ereignis mit etwa 15 Prozent, was einem „Russischen Roulette“ gleichkomme.

Physiker des CERN LHC halten dagegen, dass selbst ein stabiles Schwarzes Mikroloch rund 5 Milliarden Jahre benötigen würde, bis es sich eine bedrohliche Masse einverleibt habe. Prof. Rössler, der 1996 als Kandidat für den Physik-Nobelpreis gehandelt wurde, hat hierzu eigene Berechnungen angestellt. Das Ergebnis ist alles andere als beruhigend. In einem sich selbst verstärkenden exponentiellen Wachstumsprozess hätte das Schwarze Miniloch, Rössler zufolge, bereits innerhalb von zwei Jahren eine die Existenz der Erde bedrohende Masse erreicht. So ist bis heute nicht einschätzbar wo uns dieses Experiment hinführen wird. Aber dennoch werden Fakten geschaffen, um die vielen Millionen von Euro die dieses Projekt bisher verschlungen hat zu rechtfertigen, und fahrlässig in kauf genommen, dass wir alle verschlungen werden.

Siehe zu diesem Artikel unseren Buch-Tipp „Sekunde Null, das Urknall-Experiment

2 Kommentare »

  • Tahuna sagt:

    oh man, das ist doch alles Hysterie die Wahrscheinlichkeit das ein Schwarzes Mikroloch entsteht ist sehr gering und das es dann auf Grund der nicht vorhandenen Masse auch noch stabil bleiben würde ist noch mal viel geringer, so das die Wahrscheinlichkeit gegen 0 geht. Das ist mal wieder so ein Thema mit dem man dem Normalbürger da draußen Angst machen … huhu Scharze Löscher die alles verschlingen.

  • Reiner Wenserit (author) sagt:

    @Tahuna
    Zum ersten Handelt es sich hier um eine sachliche Darstellung einer realen Situation und nicht um „Angstmache“ oder “ Hysterie“!
    Zum zweiten sellt sich mir die Frage welche faktische Information liegt Ihren Aussagen zur Risikoabwägung bezüglich der Entstehungswarscheinlichkeit und Stabilität eines schwarzen Lochs vor, wo Experten von 15% sprechen? Übrigens kann ein Black Hole nur beim vorhanden sein einer Masse entstehen, das sie sehr gering ist steht ausser Frage, spielt aber in Anbetracht ihrer Agressivität nur beim Zeitfaktor eine wirkliche Rolle. Scheinen ja mehr zu wissen als der Rest der wissenschaftlichen Welt. Wenn das so sein sollte, dann her mit den FUNDIERTEN Argumeten und nicht nur einen substanzlosen Kommentar abgeben!