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Bezahlt-gesehn-entweiht-zerstört! Der Massentourismus und seine Wirkungen!

10 Juli 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

small_lfktj2Autor: Reiner Wenserit 11.07.2009

Massentourismus als weltweites Problem für Weltkulturstätten und Weltnaturerbe! Ob es die Pyramiden in Ägypten  -mit ca. 10 Millionen Besuchern im Jahr-  sind, oder Nasca und Machu Piccu in Peru -mit ca. 2 Millionen  Besuchern jährlich-, oder der Ayers Rock in Australien, die Zerstörung schreitet voran bedingt durch touristische Trampelpfade rund um den Globus. Die Sicherung und der Erhalt von Kulturerbe stößt an seine Grenzen, bei Archologen, Restauratoren und scheinbar auch bei Politikern. Neustes Beispiel ist die Auseinandersetzung der Australischen Regierung mit den Mutitjulu  -Ureinwohnern-  des Territoriums rund um den Ayers Rock, und  ist bezeichnend für die Prioritätenlegung der Politiker. Ein Beispiel ist die Sperrung des Ayers Rock -Uluru was soviel wie Sitz der Ahnen bedeutet- für Kletterer. Besonders wertvoll für die in diesem Gebiet ansässigen Aborigines ist im selben Zusammenhang das Wasserloch, welches als besonderes Heiligtum gilt und sich an der Hinterseite des Uluru befindet und geschütz werden soll.

Das gesamte Gebiet um Uluru umfasst einen 1336 Quadratkilometer großen Nationalpark, welcher samt Uluru von der UNESCO zum Weltnatur- und Weltkulturerbe erklärt wurde. Jedes Jahr zieht dieses Gebiet 350’000 Besucher an. Ein Drittel klettert auf den drei Kilometer langen 347 Meter hohen Stein, rund 440 Kilometer südlich von Alice Springs und viele Touristen nehmen sich ein Souvenir, in Form eines Steins, mit in Ihre Heimat.  Mit dem klettern ist nun Schluss, jedoch erfüllt das Verbot nur ein Teil der, wie ich meine, berechtigten Forderrungen.

Nach einen weltweiten Aufruf der Aborigines 2005, in dem sie bitten die Steine des Ayers Rock zurück zu senden, treffen täglich Pakete bei der Verwaltung des Nationalparks mit diesen Steinen ein. Darunter viele mit Entschuldigungsschreiben in denen der Absender erklärt, dass er seit er im Besitz dieses Steines ist viel Unglück erfahren musste. Nach Aussage der Verwaltung handelt es sich mittlerweile um mehrere Tonnen Gestein des Ayers Rock von 100gr bis zum größten der 32kg wog. Auch ist die Rede von Kritzeleien und  Einritzungen in der Art “ XY was here“.

Die Mutitjulu, setzen sich seit 1985 für die Absperrung des Gebiets um den Uluru ein. «Man kann nicht auf den Vatikan klettern und auch nicht auf buddhistische Tempel», sagte ihr Sprecher Vince Forreste. «Genauso muss man auch andere religiöse Stätten respektieren>>. Die Mutitjulu bitten Besucher schon heute, Abstand zu halten um diese heilige Stätte zu respektieren. Nach Plänen und  einen Antrag beim Ministerium der für den Naturschutz Verantwortung trägt, soll der Zugang ab Oktober 2011  formell gesperrt werden. Der Plan hat am Mittwoch den 08.07.2009 nochmals eine hitzige Debatte  im Parlament ausgelöst. Der zuständige Tourismusminister Chris Burns ist dagegen: «Wir haben eine vollständige Schließung nie befürwortet und dabei bleiben wir», sagte er.

So wird es also Zeit das die UNESCO, über nationale Regierungen hinweg, verbildliche Besucherregeln mit Lizenzen für Tourismusunternehmen festlegt, die deren Reiseleiter vor Ort Geltung verschaffen müssen. So sollten auch wir als Einzelne einmal mehr über unser Tun oder nicht Tun nachdenken, denn wie heißt es so schön: „Wir sind nur Besucher dieser Welt und sie ist nur von unseren Kindern geliehen“ ich denke dass trifft auch übertragen für das  Natur und Kulturerbe zu.

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