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Wo darf man Fisch noch kaufen?

19 Dezember 2008 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden
Bei welchen Supermärkten und Discountern darf man noch Fisch kaufen?

Bei welchen Supermärkten und Discountern darf man noch Fisch kaufen? - Bild: mondstein / pixelio

Vor einem Jahr überprüfte Greenpeace 11 Handelsketten auf die Nachhaltigkeit ihrer Fisch-Ware. Alle 11 erhielten eine orange Bewertung (grün, orange, rot) und landeten damit im Mittelfeld. Ein Jahr nach der ersten Untersuchung folgte nun eine zweite, u.a. um fest zu stellen ob sich die Qualität nach der ersten Bewertung verbessert hat. Dieses Jahr gingen die Bewertungen deutlich auseinander. So haben Kaufland und Norma knapp eine grüne Bewertung und somit einen guten Standard erreicht. Ihnen folgen Aldi-Süd, REWE, Lidl und Metro, im orangen Mittelfeld. Aldi-Nord und Edeka liegen erneut knapp an der Grenze zu rot. Kaiser’s Tengelmann und Netto bilden mit der roten Bewertung deutlich das Schlusslicht des Rankings.

„Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass sich echtes Engagement lohnt“, sagt Jürgen Knirsch, Konsumexperte von Greenpeace. „Im Vergleich zu der Untersuchung 2007 haben Aldi Süd, Kaufland und REWE einen deutlichen positiven Sprung gemacht und ihren Worten Taten folgen lassen. Das kann man von Netto, Metro und Kaiser’s Tengelmann, die eine deutlich negative Bilanz haben, nicht behaupten. Bei diesen Unternehmen klafft zwischen Worten und Taten eine große Lücke.“

Im Laufes des letzten Jahres haben acht von elf untersuchten Unternehmen erstmals eine Einkaufspolitik für Fisch erstellt, drei Unternehmen haben diese sogar veröffentlicht. Leider führte Edeka den stark gefährdeten Dornhai immer noch im Sortiment. Hier fragt man sich warum? Es liegt doch auf der Hand, dass sich dieses Einkaufsverhalten u.a. negativ auf das Unternehmensimage auswirken wird. Vier Unternehmen haben Scholle, drei Unternehmen Kabeljau, zwei weitere Rotbarsch und weitere zwei Aal ausgelistet. Alle diese Fischprodukte stammen aus nicht-nachhaltiger Fischerei. Jeder Marketing-Experte weiß, wie teuer es werden kann ein angekratzes Imagae wieder hoch zu päppeln, ganz besonders im Lebensmittelbereich.

Aber auch positives ist zu vernehmen. Einige Handelsketten haben die Kennzeichnung der Produkte deutlich verbessert, so dass der Kunde die Möglichkeit hat, Produkte aus nicht-nachhaltigen Fischereien zu meiden. Immerhin ein Schritt nach vorne, doch leider ändert sich das Kaufverhalten vieler Verbraucher in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, meist zum Nachteil der oft etwas teureren „sauberen“ Ware. Besonders dann, wenn man auch noch die Wahl angeboten bekommt.

Sieben Unternehmen führen mittlerweile das Thema Fisch und Nachhaltigkeit auf ihrer Webseite. Den Unternehmen wird bewusst, dass es zwingend erforderlich ist umweltorientiert zu handeln, denn die Verbraucher vordern es. Die Verbraucher danken es mit Kundentreue auf grund des sauberen . wenn es um das Verkaufen von Waren geht. tatsächlich wachsendes. Bisher jedenfalls scheint es den Unternehmen erst damit zu sein. Warten wir einmal ab wie sich die Wirtschaft entwickelt. Geht es weiter Richtung Talsohle, werden die teureren Produkte sichlich nach und nach durch günstigere „konventionelle“ Ware ersetzt, oder zumindest aufgestockt, werden.

Aber was bedeutet denn nachhaltige Fischerei? Als nachhaltige Fischerei gilt (für Greenpeace) grundsätzlich: Sie hält den Bestand der Zielart auf einem gesunden Niveau, ohne andere Arten des Ökosystems negativ zu beeinflussen. Andere Arten werden weder getötet noch wird ihre Nahrungsquelle oder ihr Lebensraum zerstört.

„Jetzt müssen sich auch die Politiker bewegen“, fordert Knirsch mit Blick auf die diese Woche beginnende Tagung der EU-Fischereiminister in Brüssel. „Wer Fischbestände schützen will, muss die Empfehlungen der Wissenschaft umsetzen und darf beispielsweise keine Kabeljauquote für die Nordsee mehr zulassen.“

Greenpeace hat im Dezember vergangenen Jahres erstmals ein Ranking der deutschen Supermärkte und Discounter veröffentlicht. Für die Untersuchungen hat Greenpeace die Unternehmen befragt und ist mit diesen im fachlichen Austausch. Zudem wurden öffentliche Quellen genutzt und das Fischsortiment der Märkte stichprobenartig untersucht. Hierfür wurde 2008 das Gesamtsortiment samt Kennzeichnungen in 108 Filialen bundesweit erfasst.

Greenpeace Publikationen zum Thema:
Fischratgeber Dez. 2008 – PDF 2,1 MB
Ranking 2008: Supermärkte im Vergleich – PDF 710 Kb

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