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Ist die Atomenergie politisch tot?

6 September 2009 Noch kein Kommentar Diesen Artikel drucken Diesen Artikel per E-Mail versenden

von Reiner Wenserit

demo-bannerMehrere Zehntausende Atomkraftgegner aus ganz Deutschland forderten am 05.09.2009 in Berlin den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie. Zugleich war dies auch eine Demonstration gegen eine Union-FDP-Koalition und deren Politik. Nach Angaben der Veranstalter der Demonstration versammelten sich über 50’000 Menschen. Hunderte von ihnen waren mit Traktoren aus dem Wendland angereist. Die Veranstaltung war zugleich ein lautstarker Protest gegen eine mögliche Koalition von Union und FDP, die beide für längere Laufzeiten eintreten. «Wer Merkel wählt, wählt Atomkraft», plakatierten die Demonstranten. Statt der Renaissance der Atomkraft erleben wir die Renaissance der Anti-Atom-Bewegung”, rief der langjährige Anti-Atom-Aktivist Wolfgang Ehmke -Bürgerinitiative Umwelt Lüchow-Dannenberg- auf der Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor den Demonstranten zu, und den Atomlobby Politikern entgegen. Die Polizei lobte am Nachmittag den «ausgesprochen ruhigen Verlauf» des Protests. Für die Polizei habe es sich um ein «reines Verkehrsproblem» gehandelt.  Nur 600 Beamten waren in der Hauptstadt im Einsatz.

“Mal richtig abschalten!” fordert die von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden finanzierte Demonstration, Stilllegung aller Atomkraftwerke und einen Verzicht auf alle Lagerstätten, unter anderem in Gorleben. SPD, Grüne, Linke und zahlreiche Umweltverbände unterstützen die Demonstranten. Die gelb-roten Fahnen mit dem Schriftzug «Atomkraft? Nein danke» und die grün-orangenen Banner der «Republik Freies Wendland» mischten sich mit den Flaggen der Grünen, der SPD und der Linkspartei.«Wir freuen uns über alle, die sich am Protest beteiligen. Trotzdem legen wir Wert auf unsere parteipolitische Unabhängigkeit», sagte der Sprecher der Veranstalter, Jochen Stay. Die Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, sprach von „mindestens 5.000“ Demonstranten, die allein von ihrer Partei kamen. Dennoch standen keine Parteipolitiker auf der Kundgebungsbühne. Ein Redner der «Bäuerlichen Notgemeinschaft Lüchow Dannenberg» forderte «Schluss mit der Atomstromproduktion».
Für den Einsatz von Wind- und Solarenergie statt Atomenergie warb der Präsident des Bundesverbands Wind-Energie, Hermann Albers, auf der Kundgebung. «Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke blockieren den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Längere Laufzeiten stünden ebenso wie Baupläne für neue Kohlekraftwerke dem Ausbau der erneuerbaren Energien im Weg, erklärte Albers. Werde der Ausstieg vollzogen und würden die Anstrengungen für mehr Energieeffizienz verstärkt, könne das Ziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 mit erneuerbaren Energien erreicht werden. «Ein harmonisches Miteinander der Technologien ist ein Märchen der großen Energiekonzerne.» – Denke gerade an das RWE Greenwashvideo ” Ein Riese kann viel kaputt trampeln”, oder wie war das?-

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Diese Demonstration zeigte das der Widerstand generationenübergreifend stad findet, Atomkraftgegner, vom Schüler bis zum Rentner, zogen durch die Straßen und signalisierten „Was alle angeht, können nur alle lösen!“ wenn die Politik versagen. Auch die Abschlusskundgebung zeigte, wie der Widerstand gegen Atomkraft von einer Generation an die nächste weiter gegeben wird. Als Redner trat unter anderem Heinrich Pothmer auf, der sohon vor 30 Jahren beim Treck der Gorlebener Bauern nach Hannover gesprochen hatte. Er reichte das Mikrofon jedoch gleich an seinem 25-jährigen Sohn Fritz weiter. „Eigentlich sind die Trecker, mit denen wir heute hier sind nicht zum demonstrieren gebaut und werden auf den Höfen dringend gebraucht“, sagte der Jungbauer, „gerade jetzt zur Kartoffelernte“. „Aber wir können nicht anders“, rief Pothmer der jubelnden Menge entgegen. „Der politische Irrsinn zwingt uns wieder auf die Straße.“

Noch einen strahlenden Sonntag wünscht Ihnen TB News:::

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